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Klimaschutz lokal (April 07)

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Tagebau Hambach
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Grafikelement24.4.07: Begrenzung des Klimawandels - wir müssen handeln!

Der Winter 2006/2007 war der wärmste der Geschichte. Er passt damit zur Entwicklung: Fünf der letzten sechs Jahre waren die wärmsten, seit Temperaturen gemessen werden. Wissenschaftler sind sich einig: Wir müssen schnell handeln, wollen wir die Auswirkungen des Klimawandels noch begrenzen. Andernfalls drohen Schäden, deren Folgen die der beiden Weltkriege und der Weltwirtschaftkrise im 20. Jahrhundert übersteigen werden.
Um den weltweiten Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, muss Deutschland seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die CO2-Emissionen um 40 % bis 2020 und um 80 % bis 2050 reduzieren.
Klimaforscher sagen uns: Langfristig darf ein Mensch nicht mehr als eine Tonne CO2 pro Jahr produzieren. Die globale Verteilung von CO2-Emissionen ist heute sehr unterschiedlich: Ein Mensch in den USA emittiert jedes Jahr im Durchschnitt mehr als 20 Tonnen, einer Deutschland mehr als zehn, in China dagegen nur knapp drei und in Indien gerade einmal etwa eine Tonne CO2. Das zeigt, auch wir müssen handeln.
Nicht vereinbar mit dem Klimaschutz sind zusätzliche Kohlekraftwerke. Sie zementieren eine falsche Energieversorgung und sind die Altlasten von morgen.
Die Herausforderungen des Klimaschutzes lassen sich nicht durch Tausend-Megawatt-Kraftwerke lösen. Wir brauchen eine Politik, die hilft, mit vielen kleinen Maßnahmen in allen Bereichen Energie einzusparen und effizienter zu nutzen.
Dazu gehört der konsequente Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), mit deren Hilfe in dezentralen Anlagen klimaschonend gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt werden kann.
Wir wollen eine Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 1% jährlich. Wir brauchen ambitionierte Mindeststandards für den Stromverbrauch aller Elektrogeräte. Nur noch Energiesparlampen sollen eingesetzt werden. Standby-Schaltungen dürfen in Zukunft maximal 1 Watt verbrauchen.
Wir fordern, dass für Neubauten gesetzlich ab sofort Niedrigenergiestandards festgeschrieben und mit Hilfe der Landesbauordnung ein Mindesteinsatz von Erneuerbare Energien (Sonne, Biomasse oder Erdwärme) für Heizung, Warmwasser und Stromerzeugung verbindlich festlegt wird. 80% des Gebäudebestandes sind Altbauten, die energetischen Sanierungsbedarf haben. Spätestens bis 2030 sollten alle Gebäude saniert sein.
Wir brauchen in NRW eine Offensive für eine klimafreundliche Mobilität. Das heißt der ÖPNV muss in Stadt und Land aus- statt abgebaut werden. Wir wollen eine Automobilpolitik, die konsequent umweltschonende und treibstoffsparenden Modelle fördert. Angesichts des zunehmenden Flugverkehrs ist eine Besteuerung von Kerosin überfällig.
10 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland stammen aus der Landwirtschaft. Eine verstärkte Förderung des Ökolandbaus hilft die Emissionen hier zu reduzieren, denn die sind hier um 2/3 geringer als in der konventionellen Landwirtschaft.
Bei den Erneuerbaren Energien hat NRW noch erhebliches Potenzial. Wir wollen den Ausbau und das „Repowering“ der Windkraft. Alleine mit Repowering könnte die Windstromproduktion in NRW ohne Inanspruchnahme neuer Flächen durch Ersatz alter durch neue Anlagen verdreifacht werden.
Bei Biogasanlagen gibt es dank des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes einen Boom, aber große Potenziale bleiben ungenutzt (z. B. Gülle, Waldrestholz, Bioabfälle). Deshalb brauchen wir ein Biomassemanagement, mit dessen Hilfe die vorhandenen Potenziale effizienter genutzt oder neu erschlossen werden können.
Wir brauchen ein Energiekonzept für den Kreis Düren. Langfristig müssen 100% unserer Energieversorgung aus Erneuerbaren Quellen stammen. Das ist möglich und wegen des Klimawandels und endlicher fossiler Ressourcen auch alternativlos.

Braunkohle aus dem Kreis Düren verursacht den Klimawandel

Rund um den Kreis Düren markieren die riesige Dampfsäulen der Braunkohlekraftwerke Weisweiler, Niederaußem, Neurath und Frimmersdorf mehr als nur symbolhaft die Ursachen des Klimawandel. Diese vier Kraftwerke, die mehr als 60 % der Energie ungenutzt an die Umgebung abgeben, emittieren fast 90 Mio. Tonnen CO2 - das ist mehr als der gesamte CO2-Ausstoss Neuseelands. Betrieben werden sie zu großen Teilen mit Kohle, die auch im Kreis Düren gefördert wird. Keine Form der Stromerzeugung ist so klimaschädlich wie die mit Braunkohle. Im Schnitt emittiert dabei ein Braunkohlekraftwerk fast dreimal soviel CO2 wie ein modernes Gaskraftwerk.
Braunkohle und Klimaschutz passen nicht zusammen. Es ist unverantwortlich, wenn RWE zusätzlich neue Kraftwerke baut und alte Dreckschleudern wie Frimmersdorf nicht stilllegt. Spätestens wenn die Tagebaue Inden, Hambach und Garzweiler ausgekohlt sind, muss Schluss sein mit der Braunkohleverstromung.
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