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Ortsverband Düren 
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Steuersenkungspläne (Dez.09)

Sehr geehrte Damen und Herren der Medien,

der Bund beschließt Steuersenkungen - und Länder und Kommunen müssen dafür wieder einmal mit bluten. So geht es nicht! Wer bestellt, zahlt, heißt es doch so schön. Dies muss auch hier gelten. Es darf u.E. nicht sein, dass der Bund schon wieder Politik auf Kosten der Städte und Gemeinden macht. Verena Schloemer, die Fraktionsvorsitzende der Grünen dazu: „Der CDU Bundestagsabgeordnete Rachel muss sich nun positionieren. Er sollte sich klar dagegen aussprechen, dass den Kommunen nun der finanzielle Todesstoss versetzt wird!“ Die Grünen haben in einer detaillierten Anfrage an die Verwaltung einige Hintergründe aufgezeigt und wollen nun genau wissen, welchen Schaden die Steuersenkungsversprechen der neuen Bundesregierung der Stadt Düren und ihren Bürgern zufügen.
©Dieter Schütz/Pixelio
©Dieter Schütz/Pixelio Zoom

Die Anfrage nun im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Larue!
Wir bitten um Beantwortung dieser Anfrage im nächsten Stadtrat! Die Kommunen sind im Vergleich zu Bund und Ländern von der Wirtschaftskrise mit einem Einbruch bei den Steuereinnahmen von 10 % in 2009 besonders betroffen. Für das Jahr 2010 ist trotz moderaten Wirtschaftswachstums ein weiteres Minus von 4 % prognostiziert. Allein im Jahr 2009 fehlen den Städten und Gemeinden 8,6 Mrd. Euro an Steuereinnahmen. Dies liegt zum einen an der besonderen Abhängigkeit der Kommunen von den Unternehmenssteuern, - zum anderen an den noch von der großen Koalition beschlossenen Steuererleichterungen in den Konjunkturpaketen I und II sowie dem Bürgerentlastungsgesetz.
Dieser Einbruch in den Gemeindefinanzen wird durch das von der CDU/FDP Bundesregierung eingebrachte Wachstumsbeschleunigungsgesetz verschärft, welches weitere Steuererleichterungen für Unternehmen und Bürger/innen bereits für 2010 in einem Gesamtvolumen von 8,5 Mrd. Euro vorsieht. Bereits ab 2011 plant die Bundesregierung weitere Steuerentlastungen von 20 Mrd. Euro. Beide Vorhaben bringen Einnahmeverluste für die Kommunen mindestens in Höhe von 4 Mrd. Euro mit sich.
Schließlich müssen die Kommunen auf der Ausgabenseite eine zusätzliche Belastung durch eine erneute Reduzierung des Bundesanteils an den Kosten der Unterkunft für ALG II-Beziehende auf 23,6 % in 2010 hinnehmen.
In der Folge werden die Kommunen die aufgrund der Wirtschaftskrise steigenden Mehrkosten bei der Unterkunft von ALG II-Empfänger/innen von 1,8 Mrd. Euro allein tragen müssen. Die Krise verschärfend wirkt zudem die Unterfinanzierung des Kita-Ausbaus für unter Dreijährige.
Diese Steuererleichterungen und Ausgabensteigerungen schwächen auch die Investitionskraft und damit die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.

Wir fragen in diesem Zusammenhang die Stadt Düren:

1. Wie beurteilt die Verwaltung die Entwicklung der Finanzlage der Stadt Düren in den nächsten 5 Jahren?
2. Mit welcher Entwicklung der Steuereinnahmen rechnet die Verwaltung im Jahr 2010?
3. Mit welchen Mindereinnahmen rechnet der die Verwaltung in Folge der von der großen Koalition in 2009 beschlossenen Steuererleichterungen nach Maßgabe des Konjunkturpaketes I, Konjunkturpaketes II und des Bürgerentlastungsgesetzes?
4. Mit welchen Mindereinnahmen rechnet die Verwaltung aufgrund der Steuererleichterungen nach Maßgabe des von der neuen Bundesregierung beschlossenen Wachstumsbeschleunigungsgesetzes differenziert nach Einkommenssteueranteilen, Umsatzsteueranteilen und Gewerbesteuer?
5. Mit welchen Auswirkungen auf die Steuereinnahmen rechnet die Verwaltung, wenn die im Koalitionsvertrag von CDU und FDP versprochenen weiteren Steuererleichterungen in einem Umfang von 20 Mrd. Euro (volle Jahreswirkung) umgesetzt werden?
6. Welche Auswirkungen werden die steuerlichen Mindereinnahmen auf die Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich für unsere Stadt haben?
7. Wie beurteilt die Verwaltung die Pläne der FDP-Fraktion im Bundestag, die Gewerbesteuer durch Umsatzsteueranteile und einen kommunalen Zuschlag auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer zu ersetzen und ein örtliches Hebesatzrecht auf die Einkommenssteuer und die Körperschaftssteuer einzuführen?
8. Mit welchen Mehrkosten rechnet die Verwaltung im Jahr 2010 bei der Betreuung der Hartz-IV-BezieherInnen? Wie viel davon ist auf die Entwicklung am örtlichen Arbeitsmarkt zurückzuführen? Wie hoch ist der Anteil der Mehrkosten, der auf die Kürzung des Bundesanteils zurückzuführen ist?
9. Mit welchen zusätzlichen finanziellen Belastungen rechnet die Verwaltung für den Kita-Ausbau für unter Dreijährige bis 2013? Wie hoch wird der Bedarf sein, wenn ab 2013 ein Rechtsanspruch besteht? Ist bei dieser Belastung noch die vereinbarte Drittelfinanzierung durch Bund, Länder und Kommunen gegeben?
10. Wie beurteilt die Verwaltung die im Koalitionsvertrag von FDP und Union vereinbarte Gleichstellung von privaten und kommunalen Anbietern in der Abfallwirtschaft und der Abwasserbeseitigung?
11. Welche finanziellen Auswirkungen hätte eine Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung kommunaler Anbieter in der Abfallwirtschaft (also beim DSB) und bei der SE (für Abwasser zuständig) für den Haushalt der Stadt Düren und für die Bürgerinnen und Bürger?


Dieses Thema beschäftigt derzeit natürlich auch die Länder und die Landtage. Mehr Infos u.a. hier: www.gruene.landtag.nrw.de
Neben dem Bund wirtschaftet auch das Land NRW auf Kosten der Kommunen, meinen die Grünen NRW: mehr dazu...



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