Lufreinhaltung (Jan.2010)
| Die Dürener Zeitung berichtete am 6.1.2010 über die Meßergebnisse an der Schoeller Straße. Auszug aus www.az-web.de: "Stickstoffdioxid ist ein Stoff, den man nicht unbedingt einatmen möchte, wenn es sich vermeiden lässt. An der Schoeller Straße lässt es sich gerade nicht vermeiden. Sie ist eine der Hauptverkehrsadern, die Düren mit der Autobahn und der B 56 verbindet. Täglich rollen bis zu 25.000 Fahrzeuge über die Trasse ins Stadtzentrum oder eben andersherum. Dabei produzieren ihre Verbrennungsmotoren neben Feinstaub auch Stickstoffdioxid. Das Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat nach einjährigen Analysen der Luftqualität über eine Messstation erhöhte Grenzwerte festgestellt. «Es ist sicherlich keine Panik geboten», versichert Dr. Klaus Vogt vom LANV. Stickstoffdioxid sei zwar ein auf die Atemwege einwirkendes Reizgas, aber die gemessenen Konzentrationen verursachten keine unmittelbaren gesundheitlichen Schädigungen. Dennoch gibt der für das Luftqualitätsmessnetz zuständige Chemiker zu Bedenken: «Grenzwerte werden nicht umsonst aufgestellt». Die Behörden seien hier zum Handeln aufgerufen. Eine Richtlinie der Europäischen Union zwingt die Behörden sogar zum Handeln: Über die regelmäßige Beurteilung der Luftqualität müssen die Mitgliedstaaten der EU-Kommission jährlich unterrichten. Sind die Grenzwerte für Schadstoffe dauerhaft überschritten, muss ein sogenannter Luftreinhalteplan aufgestellt werden, um die Immissionen zu vermindern. «Planaufstellende Behörde» ist die jeweilige Bezirksregierung in Kooperation mit der jeweiligen Kommune. Luftreinhaltepläne sind innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu erstellen: Im Jahr nach der Grenzwertüberschreitung ist der EU-Kommission zu berichten. Bis zum Ende des dritten Quartals des Folgejahres muss der Luftreinhalteplan feststehen. Der Stichtag für Düren wäre nach Angaben des LANV somit der 1. Oktober 2011. In mehreren Städten des Ruhrgebiets haben die Luftbelastungen durch den Autoverkehrs dazu geführt, dass Umweltzonen eingerichtet wurden - darunter Köln, Düsseldorf und zum 1. Januar auch Bonn. Umweltzonen sind Gebiete, in denen wegen hoher Schadstoffbelastungen in der Luft nur solche Kraftfahrzeuge fahren dürfen, die bestimmte Abgasnormen einhalten. Wäre das auch für Düren möglich? Klaus Vogt vom LANUV will das nicht völlig ausschließen ausschließen. Positive Effekte ließen sich aber auch durch weniger invasive Maßnahmen erzielen. Man könne die Verkehrstaktung beeinflussen: indem die Müllabfuhr zum Beispiel nicht gerade zur Hauptverkehrszeit ihren Dienst verrichte, sagt Vogt. Die Stadt Düren will erstmal das offizielle Ergenis der Luftanalyse des Landesamtes abwarten. Alexander Knecht, Abteilungsleiter Straßen- und Verkehrsplanung im Tiefbauamt, weist auf geplante Bauvorhaben hin, die zu einer Entlastung der Schoeller Straße und damit auch zu einer verbesserten Luftqualität führen könnten: Der Landesbetrieb Straßen NRW plane, mit dem ersten Bauabschnitt der B 65n als Ostumgehung Düren möglichst noch im ersten Quartal zu beginnen. Und auch die Umsetzung der B 399 n als Nordumgehung nehme immer konkretere Formen an. Wenn sich die Straßenbauvorhaben nicht verzögerten, etwa aufgrund der wirtschaftlichen Lage, sei ein Luftreinhalteplan gegebenenfalls überflüssig, glaubt Knecht. Zumindest aber schlägt er für diesen Fall vor: «Dann müssen wir das Verkehrsaufkommen neu berechnen und mit den Prognosewerten abgleichen.» Die Dürener Grünen erwarten nun, dass die Verwaltung nicht nur "auf die Umgehungsstraßen wartet", sondern auch neue Maßnahmen zur kurzfristigen Verbesserung der Situation entwickelt. "Das kann gerne mit der Frage beginnen, wann die Müllabfuhr wo tätig ist, aber es muss dann viel weiter gehen", so der verkehrspolitische Sprecher der Stadtratsfraktion, Georg Schmitz. "Wir brauchen einen möglichst umfassenden Ansatz zur Verkehrsvermeidung und die Verlagerung auf emmissionsarme Verkehrsmittel. Wir werden deshalb in den nächsten Zeit mit konkreten Anträgen auch eigene Vorschläge (zum Teil wiederholt) unterbreiten", so Schmitz weiter. |
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