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Umweltfreundliche Stadt Düren? (Jan.10)

Pressemitteilung vom 12.01.2010:
Ein Artikel in der Dürener Presse führte zu großem Erstaunen der Grünen Ratsmitglieder. Da wurde doch der Bürgermeister unter der Überschrift „Dienstrad auch für Bürgermeister“ mit den Worten zitiert: „Es gibt viele Felder, auf denen die Stadt Düren in Sachen Umweltschutz unterwegs ist“. In der Realität stellt sich das für die Grünen anders dar.

„Sämtliche in den letzten Jahren gestellten Anträge zu ökologischen Themen wurden abgelehnt oder sie wurden schlichtweg irgendwann nicht mehr behandelt“, so die Fraktionsvorsitzende Verena Schloemer.
Die Verwaltung selbst machte und macht kaum Vorschläge, die dem Klimaschutz dienen. Die Verkehrspolitik der CDU Mehrheit zielt auch weiterhin auf die Förderung des Autoverkehrs ab, obwohl Luftqualität und Unfallzahlen keine Anlässe zur Freude geben.
Es werden immer wieder Baugebiete an den Ortsrändern beschlossen, die den Flächenfraß vorantreiben. Ökologisches Bauen und der Einsatz von erneuerbaren Energien werden nicht gefordert oder gefördert. Auch bei städtischen Gebäuden könnte man mehr tun. Die Stadt verweigert jede externe Beratung, z.B. durch die Energieagentur NRW und hat auch mehrfach den Vorschlag abgelehnt, Modernisierungen durch Contractingverträge zu gestalten. Wenn die Stadt schon keine eigenen Photovoltaikanlagen baut, dann sollten zumindest die städtischen Dächer dafür verpachtet werden. Dies dient nicht nur dem Klima, sondern bringt zudem auch noch Geld in die städtische Kasse. Interessenten dazu gibt es - und in anderen Kommunen führt dies bereits zu zusätzlichen Einnahmen.
Die Grünen wollen dies nun voranbringen und beantragen, dass städtische Dächer nun an interessierte Investoren verpachtet werden. Weitere Detailanträge zum Klimaschutz werden in den nächsten Tagen folgen!

„Wenn die Verwaltungsspitze nun, wie im Artikel dargestellt, tatsächlich Umweltfragen mehr berücksichtigen will, so erfreut dies die Grünen-Fraktion. Wir sind dann zuversichtlich, dass unsere Anträge zum Umwelt- und Klimaschutz in Zukunft nicht mehr aus Prinzip abgelehnt werden, sondern Unterstützung finden“, so Verena Schloemer.

Hierzu der erwähnte Antrag:
Beschlussvorschlag: Der Rat der Stadt Düren beschließt:
Der Rat fordert die Verwaltung auf, geeignete städtische Dachflächen schnellstmöglich an Investoren zu verpachten, damit darauf Photovoltaikanlagen entstehen.

Erläuterung: Der Klimareport der Vereinten Nationen (sog. IPCC-Report) hat den von Menschen gemachten Klimawandel als wissenschaftlich unbestreitbar dargelegt. Die Reduzierung der klimaschädlichen CO2-Emissionen liegt im Verantwortungsbereich eines jeden Einzelnen, auch der Städte und Gemeinden. Zahlreiche Städte und Gemeinden in Deutschland haben bereits Projekte zum Klimaschutz in die Wege geleitet.
Die Energiekosten explodieren und die Umweltfolgen der Energieproduktion sind gerade in unsere Region nicht zu übersehen. Die Tagebaue und Kraftwerke haben wir täglich vor Augen. Dagegen erreicht u.a. die Sonnenenergie Jahr um Jahr höhere Effizienzgrade. Photovoltaik nennt sich die Technik, mit der Sonnenlicht direkt in Strom umgewandelt wird. Die modernen, umweltfreundlichen Energieversorgungsanlagen liefern Strom direkt vom Hausdach. Sie sind langlebig, arbeiten geräuschlos, ohne Abgase und äußerst zuverlässig. Zu einem attraktiven und garantierten Abnahmepreis kann der erzeugte Strom über den Hausanschluss in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.
Wenn die Stadt Düren aus versch. Gründen keine Anlagen selbst betreiben kann oder möchte, so ist die Verpachtung von Dachflächen eine Möglichkeit, hier eine Vorbildfunktion zu übernehmen.
Bei Eingabe des Begriffes Dachflächenvermietung gibt es fast 1500Treffer in Google. Zunächst zu nennen ist die www.solardachboerse.de. Eine Firma in dem Bereich ist zum Beispiel: www.rgeenergy.de.
Siehe auch: www.solaranlagen-tipps.de
Lokale Partner, die uns auf der Dürener Baumesse 2009 auf dieses Thema angesprochen haben sind www.pirig-solar.de und www.priogo.com.
Der Rhein-Erft-Kreis hat schon seit Jahren Dachflächen für Solaranlagen verpachtet und damit gute Erfahrungen gemacht. Siehe: www.rhein-erft-kreis.de

Und selbst nur wenige Meter vom Rathaus, am Dürener Kreishaus und am Berufskolleg Nideggener Straße greift dieses Modell erfolgreich!

Bei einer Diskussion über unseren Antrag im Jahr 2007 wurde im Rat signalisiert, dass man dieser Idee offen gegenüber steht, - aber seitdem wurden immer noch keine Flächen für Solaranlagen verpachtet, obwohl dadurch auch zusätzliche Einnahmen zu verzeichnen wären.
Weitere Anmerkung: Die Deutsche Umwelthilfe (www.duh.de) sucht die Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010. In der Ausschreibung heißt es: Das Klima wandelt sich – mit noch nicht abschätzbaren Auswirkungen auf Mensch und Natur. Ursächlich für diese Veränderung sind die Emissionen von Kohlendioxid und anderer Treibhausgase, die überwiegend bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas entstehen. Die von der Bundesregierung angestrebte Senkung der Kohlendioxid-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 kann ohne den aktiven Einsatz und das Engagement von Städten und Gemeinden nicht erreicht werden! Am 01. Januar 2010 startete die Deutsche Umwelthilfe den Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“. Der Wettbewerb richtet sich bundesweit an alle Städte und Gemeinden, die ihre Aktivitäten im Bereich Klimaschutz präsentieren und sich mit anderen Kommunen messen wollen. In sechs ausgewählten Handlungsfeldern können Städte und Gemeinden aller Größenklassen aus ganz Deutschland ihre Klimaschutzbemühungen unter Beweis stellen. Neben Themen wie Energiesparen, Energieerzeugung, Verkehr sowie Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Bereich „Green IT“.

Es ist uns als Fraktion bewusst, dass sich die Stadt Düren mit den bisherigen Klimaschutzbemühungen an einem solchen Wettbewerb gar nicht erst beteiligen muss. Wir stehen bisher noch am Anfang, aber wir hoffen sehr, dass wir als Stadt die Anregungen, die wir über solche Aktionen erhalten, aufgreifen und Düren nun ein ganzes Stück „Klimafreundlicher“ machen können!

Nachtrag: Inzwischen haben weitere Recherchen stattgefunden. Interessant ist sicher dies Zahl: Der Kreis Düren hat auf dem o.g. Wege 13 Solaranlagen an 6 versch. Gebäuden ermöglicht!


Ein Interview mit Verena Schloemer zur Dachflächenverpachtung finden Sie derzeit bei:
www.stadttv-dueren.de
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Es ist 5 vor 12 (auch am Rathaus)
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G.Schmitz auf der Baumesse
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