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Ortsverband Düren 
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Zur Vorgeschichte in Düren

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Auf dieser Seite möchten wir die Vorgeschichte zum Luftreinhalteplan aufzeigen, also was in den letzten drei Jahren passierte bzw. der Sachstand war.

Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen im Rat der Stadt Düren hatte 2007 beantragt, an den Hauptverkehrsstraßen Dürenes Schadstoffmessungen durchführen zu lassen.
Mit Beschlussvorlage 2007-0242 wurde im Verkehrs- und Bauausschuss im Sommer 2007 Folgendes mitgeteilt.

Beschluss: Es wird beschlossen, seitens der Stadt an den besonders stark befahrenen Straßen und Knotenpunkten zurzeit keine Schadstoffmessungen durchzuführen.

Kurzdarstellung der Sach- und Rechtslage:
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellt mit ihrem Schreiben vom 25.05.07 den Antrag, dass der Rat beschließen möge, an den besonders stark befahrenen Straßen und Knotenpunkten Schadstoffmessungen durchzuführen. Hintergrund dieser Forderung ist, dass die Fraktion davon ausgeht, dass die Verwaltung nicht über aktuelle Daten hinsichtlich der Schadstoffbelastung der Luft verfüge. Diese Annahme entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Der vorhandene Datenbestand wird im Folgenden erläutert: Das Amt für Tiefbau und Grünflächen bemüht sich fortlaufend darum, seine Verkehrsdaten auf dem aktuellen Stand zu halten. Dazu kann das Amt jetzt schon auf eine Vielzahl von Gutachten bzw. Zählungen aus den letzten Jahren zurückgreifen, wie beispielsweise das Gutachten zu den Ortsumgehungen B 56n und B 399n aus dem Jahre 2002, dem kreisweiten Verkehrsprognosemodell aus dem Jahre 2003, den sich alle 5 Jahre wiederholenden Bundesverkehrswegezählungen (zuletzt 2005) oder den nach Bedarf selbst durchgeführte Zählungen im Stadtgebiet. Zur Fortschreibung des erwähnten kreisweiten Verkehrsprognosemodell wurde, jedoch genau auf die Bedürfnisse der Stadt Düren zugeschnitten, ein Auftrag zu Beginn dieses Jahres vergeben.
Mit Hilfe dieser Fortschreibung erhält die Stadt Düren ein detailliertes Verkehrsprognosemodell mit dem die Aktualität der Verkehrsdaten für die kommenden Jahre gesichert wird. Die Problematik der Luftschadstoffe ist bei der Verwaltung bereits seit langem bekannt und im Bewusstsein. Schon im Jahre 1996 hat der Kreis Düren den Auftrag für eine Untersuchung der Luftschadstoffe vergeben. Entsprechend dem landesweiten einheitlichen Verfahrens wurde dabei zunächst rechnerisch in einem Grobscreening 18 Straßenabschnitte ermittelt, an denen eine Überschreitung der geforderten Grenzwerte für Benzol zu besorgen war. Für die Immissionssituation von Stickstoffdioxid und Ruß lieferte das Grobscreening keine Hinweise auf möglicherweise kritische Belastungen. Die ermittelten 18 Straßenabschnitte aus dem Grobscreening wurden im Jahre 1997 in einem Feinscreening weitgehend untersucht. Ergebnis war, dass von den betrachteten Streckenabschnitten nur bei 9 weiterhin eine Überschreitung der zulässigen Grenzwerte zu besorgen war. Da die Gemeinden zu Messungen verpflichtet waren, wenn sich aus dem Screeningverfahren Hinweise auf möglicherweise erhöhte Belastungen ergeben hatten, wurden an den 9 Straßenabschnitten Standorte mit Messdosen eingerichtet, an denen Dauermessungen im Zeitraum von August 1998 bis Februar 1999 durchgeführt wurden. Die Auswertung der Messungen ergaben, dass
die Grenzwerte für die Benzolimmissionen an den 9 kritischen Punkten unterschritten wurden. Im Übringen hat sich auf den Straßen im Dürener Stadtgebiet nach den Ergebnissen der Bundesverkehrswegezählungen in den letzten Jahren eher eine Stagnation der Verkehrsbelastung ergeben und nicht, wie im Antrag beschrieben, eine stetige Zunahme des Verkehrs. Hierbei sollte zudem bedacht werden, dass sich die Fahrzeugtechnik in den letzten Jahren erheblich verbessert hat und die Verkehrsbelastung gerade an den verkehrsreichsten Knotenpunkten und Straßenabschnitten nachweislich zurückgegangen ist. Eine Steigerung der Belastung gegenüber 1999 ist daher nicht zu besorgen. Zudem hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) eine Internetanwendung
eingerichtet, mit der die Kommunen selbst Screening-Rechnungen für Luftschadstoffe durchführen können, um problematische Bereiche bezüglich ihrer Schadstoffbelastungen überprüfen zu können. Sobald die Verwaltung weiteren Handlungsbedarf erkennt, werden die notwendigen Schritte in die Wege geleitet.

Das Fazit könnte man also so bezeichnen: Alles Bestens, alles kein Problem in Düren!

Doch dann hat ein Mitarbeiter das erwähnte Screening des LANUV einmal durchgeführt (vielen Dank dafür) und - welch Überrraschung - es gibt ja doch ein Problem!!!!


Zum genauen Steckbrief dieser Station:
http://www.lanuv.nrw.de/luft/messorte/steckbriefe/vdns.htm

Offiziell liest sich das in Vorlage 2008-0483 dann so:

Luftqualitätsmessungen mittels einer Messstation und Passivsammlern, Darstellung des Vorgangs:

Wie in der Beschlussvorlage 2007-0242 „Durchführung von Schadstoffmessungen an den besonders stark befahrenen Straßen und Knotenpunkten“ mitgeteilt, ist die Problematik der Luftschadstoffe bei der Verwaltung bereits seit langem bekannt und im Bewusstsein.
Aus diesem Grunde hat das Amt für Tiefbau und Grünflächen an dem kommunalen Internet-Screening vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) teilgenommen. Dabei lässt sich mit Hilfe verschiedener Eingabeparameter, wie z. B. verkehrsbedingten Belastungen, die Luftqualität innerhalb von Wohngebieten berechnen. Im Zuge der Auswertung stellte sich der Friedrich-Ebert-Platz mit den angrenzenden Straßen, insbesondere Teile der Euskirchener Straße, als besonders belasteter Bereich heraus, der dann als so genannter „Hot-Spot“der Stadt Düren an das LANUV gemeldet wurde.

Auf Basis dieser eingegebenen Screening-Daten wurde vom LANUV eine Plausibilitätskontrolle und ein Ranking-Verfahren durchgeführt. Nach einer erstellten „Topliste“ wurden Vorort- Besichtigungen durchgeführt. In Abstimmung mit dem Ministerium (MUNLV) soll als Ergebnis daraus für das Kalenderjahr 2009 bei der Stadt Düren eine kontinuierliche Messung mit einer mobilen Messstation durchgeführt werden. Der genaue Standort wurde bei einer gemeinsamen Ortsbegehung vom LANUV mit dem Amt für Tiefbau und Grünflächen diskutiert und auf der Schoellerstraße vor Haus Nummer 21 festgelegt, da hier die Platzverhältnisse im öffentlichen Straßenraum, die Bebauungsverhältnisse und die Straßenseite, bezogen auf die Hauptwindrichtung, optimal erscheinen. Für das Land NRW betreibt das LANUV ein Luftüberwachungssystem mit etwa 70 Messstationen.
Hiermit wird unter anderem die Luftbelastung an besonders stark belasteten Orten erfasst. Mit den in der Messstation installierten Geräten wird automatisch und kontinuierlich die Konzentration bedeutsamer Luftschadstoffe gemessen und zwar Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid(NO2) und Stickstoffmonoxid (NO).
Grundlage der Messungen sind die Luftqualitätsrichtlinien der Europäischen Union (EG-RL 96/62) und deren nationale Umsetzung im Bundesimmissionsschutzrecht (22. BimSchV). Diese sehen europaweit die Beurteilung der Luftqualität vor, wenn Anwohner betroffen sein können. Mit den Messungen wird die Höhe der Luftbelastung festgestellt, insbesondere im Vergleich zu dem für die Feinstaubfraktion PM10 bereits geltenden Grenzwert sowie für die bis 2010 für Stickstoffdioxid (NO2) einzuhaltenden Grenzwerte. Überschreitungen der Grenzwerte haben Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zur Folge. Ziel ist es, die festgelegten Grenzwerte für Luftschadstoffe zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr zu überschreiten bzw. dauerhaft zu unterschreiten. Die aktuellen Messdaten können nach Inbetriebnahme im Internet unter der Adresse www.lanuv.nrw.de angesehen und verfolgt werden. Zusätzlich zur Messstation werden an mehreren Stellen im Bereich des Friedrich-Ebert-Platzes Passivsammler an den Straßenbeleuchtungsmasten aufgehängt, die äußerlich wie kleine Plastikdosen aussehen. Somit können auch kleinräumige Unterschiede der Luftbelastung erfasst und die Messungen ergänzt werden. Zudem hat sich der Einsatz vom Amt für Tiefbau und Grünflächen auch in finanzieller Hinsicht gelohnt, da die Aufstellung des Messcontainers inkl. der Messungen als Ergebnis der Teilnahme am Internet-Screening vom Land NRW übernommen werden und einen Gegenwert von ca. 50.000,- Euro darstellen, die somit der Gemeinde geschenkt werden. Im Übrigen wurden die Anwohner im näheren Umfeld der neuen Messstation mittels Bürgerinformation über die Maßnahme rechtzeitig informiert.



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