Innotrans (Okt.08)
| Der verkehrspolitische Sprecher der Dürener Grünen, Georg Schmitz, besuchte die Innotrans 2008, die Bahnverkehrsfachmesse in Berlin und stellt an dieser Stelle dazu aktuelle Meldungen, Links und eigene Bilder zusammen! Weitere Bilder gibt es u.a. hier: Drehscheibe-online Ein tolles Luftbild und jede Menge Zusatzinfos finden sie hier (Lok-Report) Als Rurtalbahn-Aufsichtsratsmitglied besonders interessant war für mich der Vertragsabschluss zwischen Vias und Stadler: STADLER und VIAS FLIRTen 25.9.08: Der 500. FLIRT der Firma Stadler fährt ab 2010 am Rhein. Der Vertrag wurde heute auf der Innotrans in Berlin unterschrieben. Die Stadler Pankow GmbH erhält von der VIAS einen Auftrag über die Lieferung von 12 vierteiligen und 7 dreiteiligen Regionaltriebzügen Typ FLIRT. Die Fahrzeuge werden ab Dezember 2010 auf dem Teilnetz Rheingau eingesetzt und fahren auf der Strecke Frankfurt – Wiesbaden – Koblenz – Koblenz-Lützel. Das Auftragsvolumen umfasst ca. 70 Mio. Euro. „Wir sind sehr stolz“ so Michael Daum, CEO Stadler Deutschland, „diese Vertragsunterzeichnung während der Innotrans 2008 verkünden zu können. Den ersten Auftrag für den Regionaltriebzug vom Typ FLIRT erhielten wir im Jahr 2002 – ebenfalls auf der Innotrans. Zwischenzeitlich wurde der FLIRT in der Schweiz, Frankreich, Norwegen, Italien, Polen, Algerien, Finnland, Ungarn und Deutschland erfolgreich verkauft. Wir bedanken uns bei unserem Kunden VIAS für das Vertrauen. Somit wird der 500. FLIRT in Deutschland am Rhein fahren. Selbstverständlich sichert dieser Auftrag auch die Arbeitsplätze in unseren deutschen Werken.“ Die Fahrzeuge für die VIAS GmbH verfügen über einen stufen- und rampenfreien Einstieg, barrierefreie Gestaltung des Fahrgastraumes sowie über ein behindertengerechtes WC je Fahrzeug. Die dreiteiligen Fahrzeuge haben für 170 Personen Sitzplätze, wovon 8 Plätze in der 1. Klasse und 22 Plätze als Klappsitze vorgesehen sind. Beim vierteiligen FLIRT sind 230 Sitzplätze vorhanden, wovon 16 auf die 1. Klasse entfallen und weitere 26 als Klappsitze vorgesehen sind. Der Innenraum ist barrierefrei gestaltet und bietet eine stufenlose Durchgängigkeit des Fahrgastraumes. Jedes Fahrzeug ist zusätzlich mit zwei Hubliften ausgestattet – diese befinden sich im Einstiegsbereich gegenüberliegend. Den heutigen Ansprüchen an ein angenehmes komfortables Reisen entsprechend, sind die Fahrzeuge mit einer leistungsfähigen Klimatisierung ausgerüstet. Die Videoüberwachung im Außen- und Innenbereich erhöht den Komfort auch in punkto Sicherheit. Die Fahrzeuge erreichen eine maximale Geschwindigkeit von 160 km/h. Die Stadler Pankow GmbH mit den Standorten in Berlin und Velten ist ein deutsches Unternehmen der Schweizer Stadler Rail Group. Die Stadler Rail Group, der Systemanbieter von kundenspezifischen Lösungen im Schienenfahrzeugbau und umfasst die Standorte in der Schweiz (Altenrhein, Bussnang und Winterthur), in Deutschland (Berlin-Pankow und Velten), in Polen, (Siedlce), in Ungarn (Budapest, Pusztascabolcz und Szolnok) sowie in Algerien (Algier). Gruppenweit werden über 2'200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die bekanntesten Fahrzeugfamilien der Stadler Rail Group sind der Gelenktriebwagen GTW (437 verkaufte Züge), der Regio Shuttle RS1 (364 verkaufte Züge) und der FLIRT (514 verkaufte Züge) im Segment der Vollbahnen und die Variobahn (245 verkaufte Fahrzeuge) und der neu entwickelte Tango (90 verkaufte Fahrzeuge) im Segment der Strassenbahnen. Des Weiteren stellt Stadler Reisezugwagen und dieselelektrische Lokomotiven her und ist weltweit der führende Hersteller von Zahnradbahnfahrzeugen. Um diese Meldung genauer zu erläutern, hier eine Pressenotiz zur Vias aus dem April 2008: Entscheidung im Vergabeverfahren „Rheingau“ gefallen: VIAS fährt künftig Züge zwischen Koblenz, Wiesbaden und Frankfurt Die VIAS GmbH soll ab Dezember 2010 die Nahverkehrszug-Leistungen auf der rechten Rheinstrecke südlich von Koblenz erbringen und löst damit die bisherige Betreiberin, die DB Regio, ab. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Ausschreibung der Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH (RMV) und des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord). Die Ausschreibung erfolgte nach den Vorgaben des EU-Rechts und des nationalen Vergaberechts. Bei vorgegebenen hohen Qualitätsstandards war der Bieter mit dem wirtschaftlich günstigsten Angebot auszuwählen. Mit diesem Verfahren wollen der SPNVNord und der RMV das Verkehrsangebot für die Fahrgäste bezahlbar halten und gleichzeitig die Qualität erhöhen. Die ausgeschriebene Leistung umfasst rund 2,1 Millionen Zugkilometer pro Jahr, wovon 1,3 Millionen auf den RMV und 800.000 auf den Zweckverband entfallen. Die Linie verbindet Koblenz mit den Städten Wiesbaden und Frankfurt am Main und erschließt die rechtsrheinischen Rheingemeinden des Rhein-Lahn-Kreises und des Rheingau-Taunus-Kreises. Sie führt von Koblenz über Lahnstein, St. Goarshausen und Kaub im Bundesland Rheinland-Pfalz sowie Lorch, Rüdesheim, Geisenheim, Oestrich-Winkel, Eltville, Wiesbaden und Mainz-Kastel nach Frankfurt am Main. An den Knotenbahnhöfen Koblenz Hauptbahnhof, Wiesbaden Hauptbahnhof und Frankfurt Hauptbahnhof bestehen Anschlüsse zu anderen Nahverkehrslinien, aber auch zum Fernverkehr. In Koblenz werden die Züge nicht nur am Hauptbahnhof halten, sondern auch den neuen Haltepunkt „Koblenz-Stadtmitte“ bedienen, der sehr attraktiv zur Innenstadt liegt. Die Züge werden auf der Linie im Stundentakt verkehren, montags bis freitags sollen in der Hauptverkehrszeit Verstärker fahren. Dabei werden zukünftig alle Stationen taktmäßig bedient. Zum Einsatz kommen künftig auf der Strecke neue Elektrotriebwagen. Bei der Ausstattung wurde besonderen Wert auf Barrierefreiheit gelegt. So sind die Fahrzeuge unter anderem mit ausreichend Platz für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste ausgestattet, verfügen über einen Hublift und barrierefreie Toiletten. Weitere Ausstattungsmerkmale sind eine Klimaanlage, körpergerecht geformte Sitze in einem ausgewogenen Verhältnis von Reihen- und vis-á-vis-Bestuhlung, Steckdosen und ein großer Mehrzweckraum für Fahrgäste mit Kinderwagen, Fahrrad oder großem Gepäck. Um mehr Sicherheit und Service für die Fahrgäste zu gewährleisten, ist im Rahmen der Ausschreibung eine Zugbegleiterquote von 100 Prozent vorgegeben worden. Der Wechsel auf die neue Betreiberin – die VIAS GmbH – erfolgt am 12. Dezember 2010 zum Fahrplanwechsel für das Jahr 2011. Im RMV-Gebiet bedient die VIAS seit dem Fahrplanjahr 2006 bereits die Odenwaldbahn. Die Vias ist eine gemeinsame Tochter der Frankfurter Verkehrsgesellschaft und der Rurtalbahn aus dem Kreis Düren! Wir haben als Aufsichtsrat nicht nur neue Fahrzeuge auf der Messe besichtigt (siehe Bilder), sondern viele Hintergrundinformationen gesammelt. Eine Probefahrt mit einem Flirt rund um Berlin begeisterte die Verantwortlichen von Rurtalbahn/Vias und weitere Fahrgäste gleichermaßen. Der Aufsichtsrat würde gerne auch auf der Heimatstrecke im Rurtal neue Fahrzeuge mit Klimaanlage und Toiletten sehen. Zunächst sind dazu aber noch sehr viele Dinge zu klären. V.a. muss der Zweckverband als Aufgabenträger mit der Region Köln/Düren/Aachen klären, wie der Bahnverkehr in den nächsten Jahren überhaupt aussehen soll und dementsprechend die Auschreibungen auf den Weg bringen. Erst wenn klar ist, wie es auf der Rurtalbahn nach Auslaufen des Verkehrsvertrages weiter gehen wird, kann ein Unternehmen sich ernsthaft mit Neuanschaffung von Fahrzeugen und Automaten etc. beschäftigen. |
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