Strahlender Reaktorbehälter des AVR noch 30 bis 60 Jahre in Jülich
Krischer: "Vollständiger Rückbau - "Grüne Wiese" - ein Märchen der Atom-Lobby"
Am 24.11.08 wurde in Aachen beim sog. "Erörterungstermin" über die Errichtung eines Atommüll-Zwischenlagers auf dem Gelände des Forschungszentrums in Jülich verhandelt. Still und heimlich, ohne große Aufmerksamkeit in der Region, wurde im letzten halben Jahr das Genehmigungsverfahren von der Bezirksregierung Köln vorangetrieben. Die Konsequenz: Der Region bleibt noch für weitere Jahrzehnte der radioaktive Schrott in Form des AVR-Reaktorbehälters - ein Zylinder mit 26 Metern Länge und 7 Metern Durchmesser des schon 1988 stillgelegten Atomkraftwerks - erhalten. Der soll nämlich in einer noch zu errichtenden Halle für weitere 30 bis 60 Jahre gelagert werden. Diese Halle ist weder gegen Flugzeugabstürze noch gegen Terrorangriffe gesichert.
Hierzu erklärt Oliver Krischer, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag: "Bisher ist von den Verantwortlichen in Berlin und Düsseldorf immer der Eindruck erweckt worden, bis 2012 werde die Atom-Altlast AVR endgültig und vollständig bis zur "Grünen Wiese" zurückgebaut.
Doch das entpuppt sich jetzt als Täuschung der Öffentlichkeit. Denn tatsächlich soll der wesentliche Teil der strahlenden Altlast AVR, der Reaktorbehälter, nicht zerlegt sondern auf dem Gelände des Forschungszentrums nur umgestellt werden. Damit überlassen die Verantwortlichen in Bund und Land das Problem einfach unseren Kindern und Enkeln.
Allein der "Rückbau" des technisch in jeder Hinsicht gescheiterten Atomabenteuers AVR Jülich wird die Steuerzahler bis 2012 voraussichtlich eine halbe Milliarde Euro gekostet haben. Dabei ist die ungelöste Zerlegung und Endlagerung des Reaktorbehälters nicht einmal inbegriffen.
Bis heute gibt es auf der ganzen Welt keinen Reaktor dieses Typs, der kommerziell Energie produziert. Was es gibt, sind strahlende Altlasten, um die sich nachfolgende Generationen kümmern müssen, und exorbitante Kosten für nichts. Der AVR Jülich ist ein typisches Beispiel vom Märchen der billigen Atomenergie." |
| | | Oliver Krischer | | | |
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