CO2 vermeiden, nicht verbuddeln (Juni 09)
| Grüne lehnen neues Braunkohlekraftwerk in Hürth ab Die Grünen im Kreis Düren lehnen den von RWE geplanten Bau eines CSS-Kraftwerks*) in Hürth ab, fürchten aber, dass trotz des gestrigen, vorläufigen Scheiterns des CCS-Gesetztes in der Großen Koalition in Berlin RWE das Projekt weiterverfolgen wird. Oliver Krischer, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag: "Wir sind uns als Grüne in der Region, in den Ländern und im Bund einig: Das von RWE geplante Braunkohlekraftwerk in Hürth mit CO2-Abscheidung und -Endlagerung ist kein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz. Es ist Irrsinn, CO2 mit großem technischen Aufwand abzuscheiden, über eine eigens dafür zu bauende 500 Kilometer lange Pipeline nach Schleswig-Holstein zu pumpen, um es dort in den Untergrund zu verpressen – und das Ganze auch noch mit vielen Millionen Euro aus Steuergeldern subventioniert. Wir haben Verständnis dafür, dass die Menschen in Nordfriesland ihre Heimat nicht zur CO2-Müllkippe für rheinische Braunkohlekraftwerke machen wollen." Aber auch für die hiesige Region bringe das CCS-Kraftwerk nichts, so Krischer, denn der Wirkungsgrad der Kraftwerke sinke durch die Abscheidung des CO2 von 43% auf unter 35%. Krischer: "Das heißt, dass für die gleiche Menge Strom fast ein Drittel mehr Braunkohle benötigt und mehr CO2 ausgestoßen wird. Die Technik wird, wenn sie denn 2020 tatsächlich zur Verfügung steht, teurer sein als Strom aus Erneuerbaren Energien und zudem viel weniger Arbeitsplätze schaffen. Das CO2 geht zwar nicht direkt in die Luft, wird aber zur Erblast für zukünftige Generationen. Ob das CO2 wirklich dauerhaft in den unterirdischen Speichern bleibt, ist nach wie vor nicht nachgewiesen. Die Pipeline, die wahrscheinlich auch durch den Kreis Düren verlaufen wird, ist deshalb keine ‚Klimaschutz-Pipeline’, sondern eine ‚Abfall-Pipeline’“. Die Grünen werfen außerdem die Frage auf, woher die Braunkohle für das neue Kraftwerk kommen soll: "Frühestens 2016 kann das Kraftwerk in Betrieb gehen und muss dann wie bei Braunkohle üblich mindestens 40 Jahre laufen - also mindestens bis 2056. Der Tagebau Hambach endet aber laut Braunkohleplan im Jahr 2040. Das heißt: Wer neue Kraftwerke bauen will, muss auch offen sagen, dass dafür neue Tagebaue gebraucht werden. Die Grünen im Kreis Düren fordern: Statt 2,5 Milliarden Euro in der Braunkohle zu versenken, sollte RWE das Geld besser in die drei E’s - Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung - investieren." *) CCS = Carbon Capture and Storage = CO2-Abscheidung und Endlagerung |

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