Die Dürener Nachrichten berichteten am Mittwoch, 16. Sep. 2009 auf Seite 16 mit der Schlagzeile "Mehr Mobilität für junge Familien im Nahverkehr"
Da dieses Thema wieder einmal nur über die Medien bekannt wurde und alle Gremein außen vor blieben, zitieren wir als Bericht über dieses wichtige Thema die Dürener Nachrichten. Die Träger des ÖPNV im Kreis Düren und im AVV-Gebiet bieten ab Oktober ein neues Ticket an.
Als Familie mit einem Tagesticket für neun Euro durch den Kreis Düren und den Raum Aachen reisen – das Familienticket soll diese Vision zum 1. Oktober Wirklichkeit werden lassen. Die Träger des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Raum Düren und im AVV-Gebiet wollen mit dem neuen Angebot „insbesondere die Menschen in den Fokus nehmen, die die Zukunft unserer Region darstellen, also Kinder und ihre Familien“, betonte Landrat Wolfgang Spelthahn.
Mit diesem neuen Angebot, sagte Kreisbahn-Geschäftsführer Bernd Böhnke bei der Vorstellung, entsprechen die Verkehrsunternehmen – neben der DKB noch die Rurtalbahn, der RVE und der AVV – einer vielfach geäußerten Forderung nach Attraktionssteigerung des ÖPNV. Hans-Josef Sistenich, Geschäftsführer des AVV und NVR, sieht in dem Angebot „einen wichtigen Baustein in der Gesamtstrategie, junge Menschen an den öffentlichen Personennahverkehr heranzuführen“. Sistenich erhofft sich eine Signalwirkung, die weit über die Grenzen der Region hinausgeht. Ein erster Schritt dazu ist die gegenseitige Anerkennung der Familientickets. Im Klartext: Wer im Raum Aachen eine Familienkarte besitzt, kann auch im Raum Düren das Familienticket in Anspruch nehmen. Und umgekehrt. Mit diesem „innovativen Projekt haben wir einen politischen Impuls aufgegriffen, denn viele junge Leute fragen nach einem attraktiven Nahverkehr“. In Verbindung mit der Familienkarte können sich Familien mit Kindern bis maximal 18 Jahre ganztags innerhalb des Kreises Düren für neun Euro bewegen. Es soll ganz einfach gehen: Die Familienkarte dem Busfahrer vorzeigen und nach Familienticket fragen. Wer im Voraus plant, kann das Ticket auch im Vorverkauf erwerben. „Wir wollen damit das Familienbudget schonen, in gleicher Weise aber auch für sie die Mobilität verbessern“, sagten die DKB-Vertreter. Die als Basis dienende Familienkarte des Kreises entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte, wie Gleichstellungsbeauftragte Elke Ricken-Melchert festgestellt hat. Rund 3 000Kartenbesitzer mit mehr als 6 000 Kindern können derzeit die Vorteile der Familienkarte nutzen, die von 452 Unternehmen akzeptiert wird. Die Familienkarte kann persönlich bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung des Wohnortes beantragt werden. Eine Online-Beantragung ist ebenfalls möglich unter www.familie-im-kreis.de. Unter dieser Adresse ist auch zu erfahren, welche Vorteile die Karte bietet.
Unser Kommentar dazu: Während wir die Familienkarte bisher sehr kritisch gesehen haben, begrüßen wir natürlich alle Maßnahmen, die den ÖPNV attraktiv machen. Aber es bleiben auch noch Fragen offen. Es ist z.B. absolut nicht nachvollziehbar, dass ein Erwachsener, der in Düren wohnt, mit seinen Kindern bei Ausflügen dieses Angebot nicht nutzen kann, wenn die Kids nach einer Trennung außerhalb der Kreisgrenze leben. Dann wird leider keine Familienkarte ausgegeben. Oder was ist, wenn eine Familie sogar die Karte hat, aber der Opa mit den Kindern fährt. Warum sollen nur Familienkarten-Inhaber ein solches ÖPNV-Ticket bekommen? Was ist mit den vielen Patchwork-Familien? Der günstige ÖPNV-Tarif ist gut, die Familienkarte geht an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei. Deshalb unsere Forderung für den ÖPNV: Familienkarte für alle bedeutet Abschaffung der Familienkarte!
Jeder Erwachsene, der mit mindestens einem minderjährigen Kind unterwegs ist, sollte den günstigen Tarif in Anspruch nehmen können. Das spart die Bürokratie der Familienkarte und die Sponsorgelder der Sparkasse könnten direkt in den ÖPNV und andere Familienprojekte fließen.
Hallo! Infos zum Familienticket vom 23.9.09: Nach weiteren Recherchen möchte ich einige Infos zum Familienticket nachtragen. Das Familienticket im Kreis Düren wurde kurzfristig eingeführt, da auch in Aachen zum 1.10. ein solches Produkt geplant war. Die DKB und der Kreis Düren sind also auf diesen Zug noch schnell aufgesprungen. Das allein erscheint sinnvoll. Tarifliche Basis für das neue Angebot ist das Tagesticket für eine Person, welches auch bisher schon 9,-€ kostet. Mit Familienkarte können nun Kinder kostenlos mitgenommen werden. Das Minigruppenticket für den Kreis Düren kostet ansonsten 17,40€ !!! Das Problem: Als Familie im Sinne der Familienkarte gilt man nur, wenn das beantragende Elternteil und das Kind im Kreis Düren leben. Ich habe die Karte zum Test beantragt und dieser Antrag ist abgelehnt worden, da meine Kinder den ersten Wohnsitz nicht im Kreis Düren haben. Es interessiert nicht, wie viel die Kinder wo sind, sondern nur das Melderegister. Ich habe nun also einen finanziellen Nachteil von 8,40€ je Tag bei Nutzung von Bus und Bahn. Dies soll nur ein Beispiel sein. Die Regelung erscheint uns auf jeden Fall als unnötig kompliziert. Bei der Deutschen Bahn z.B. sind Kinder als Begleitung der Eltern oder Großeltern im Fernverkehr bis einschl. 14Jahre frei und es interessiert nicht, wie die genauen privaten Lebensverhältnisse sind. Eventuelle Verbesserungen im Tarifangebot hätte man vernünftig beraten können, wenn der Kreis dazu eine Gelegenheit geschaffen hätte. Aber weder Kreisgremien noch die Fahrgastinitiativen wurden eingebunden. Als Mitglied des Rurtalbahn - Aufsichtsrates und des Dürener Bau – und Verkehrsauschusses und zudem auch als Vorstand des Verkehrsclubs Deutschland habe ich erst aus der Presse erstmals von dem Plan erfahren. Ich appelliere für eine bessere Kommunikation bei solchen Plänen. Georg Schmitz
Nachtrag: Der Landrat hat auf mein Schreiben reagiert und möchte die Anregungen aufnehmen. Die Kritik an der Frage, wer Familie ist, soll auch im Kreis Düren in neue Regularien einfließen. |
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