Mobilitätsmanagement (Febr.2010)
| Stadtthemen aus Düren finden Sie üblicherweise auf der Internetseite des Ortsverbandes Düren. Der nachfolgende Vorschlag ist aber kreisweit interessant und wird deshalb hier eingestellt: Die Dürener Grünen möchten erreichen, dass sich eine Arbeitsgruppe in der Stadtverwaltung verstärkt mit Mobilitätsmanagement auseinandersetzt. Die Mobilität innerhalb des Dienstes soll ebenso wie die Mobilität auf dem Weg zum bzw. vom Dienst betrachtet werden, um Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die bei Umwelt - und Klimaschutz helfen, - die aber auch die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigern sollen und die Stadtkasse sogar entlasten könnten. Dazu nachfolgend der Antrag und ein Erläuterungsblatt: Die GRÜNE Fraktion schlägt vor, im Rat folgenden Beschluss zu fassen: „Die Verwaltung wird beauftragt, ein städtisches Mobilitätsmanagement zu entwickeln, um so die Umweltauswirkungen der Mobilität durch städtisches Handeln (einschließlich des Berufsverkehrs der MitarbeiterInnen) zu reduzieren und Mobilitätskosten der Stadt langfristig zu senken.“ Betriebliches Mobilitätsmanagement ist ein wichtiger Ansatz zur konkreten Umsetzung eines nachhaltigen Verkehrsverhaltens. Über 60 Prozent der Berufspendler fahren täglich mit dem Auto zur Arbeit - meist allein. Statistisch gesehen ist nur jeder 15. Wagen im Berufsverkehr mit zwei Personen besetzt. Es liegt also nah, dass durch ein effizientes kommunales Mobilitätsmanagement ein großer Beitrag zu einer nachhaltigen und sicheren Gestaltung des Verkehrs geleistet werden kann. Die Gewinne sind für alle offensichtlich: Umwelt und Gesellschaft gewinnen durch Reduktion von Schadstoffen und Lärmbelastungen. Die Lebensqualität für die pendelnden Arbeitnehmer steigt durch moderne, an die konkreten Bedürfnisse angepasste Angebote und die Stadt kann damit langfristig gesehen sogar Geld sparen. Beispiele bewährter Maßnahmen für Betriebe/Kommunen sind: • Wettergeschützte und diebstahlsichere Fahrradabstellanlagen • Duschen, Umkleideräume • Schließfächer für Wetterschutzkleidung, Helm und Zubehör. • Ausarbeitung von Rad-Routenempfehlungen • Einrichtung einer Arbeitsgruppe Rad- und Fußgängerverkehr • Gute Wegweisung für Beschäftigte, Besucher und Kunden • Reparaturservice während der Arbeitszeit für Privat und Dienstfahrräder, z.B. durch Hol- und Bringdienst eines örtlichen Fahrradhändlers (Radstation) • Kleine Druckluftstation an der Fahrrad – Abstellanlage • Verkehrssicherheitstraining • Eigener Fahrrad-Pool für Geschäfts- und Dienstwege sowie Besucher • Bike&Ride fördern, z. B. durch abschließbare Fahrradboxen • Aushang der ÖPNV-Fahrpläne und Informationen in den Dienststellen der Stadt • Jobticket • Benennung eines Mobilitäts-Beauftragten in der Stadt • Nutzung des CarSharings mit Angeboten für private Nutzung • Trainings für energiesparendes und sicheres Fahren • Parkraumorganisation, die Fahrgemeinschaften privilegiert Weitere Ausführungen werden in einer Anlage den Fraktionen zur Verfügung gestellt. An die Fraktionen, die Verwaltungsleitung und den Personalrat Sehr geehrte Damen und Herren! Zu unserem Antrag „Mobilitätsmanagement“ möchten wir Ihnen weitere Informationen zukommen lassen, die den Rahmen des eigentlichen Antrages sprengen würden. Das Internetportal Clever-Pendeln.de bietet Akteuren in Unternehmen, Kommunen, Wissenschaft und Verbänden einen umfassenden Überblick über das betriebliche Mobilitätsmanagement (BMM). Es werden aktuelle Best-Practice-Beispiele sowie Informationen zum Thema angeboten. Im Mittelpunkt des Mobilitätsmanagements steht das gesamte Verkehrsgeschehen der Stadt, vom Berufsverkehr bis zu den Dienstreisen, von den verwaltungsinternen Transporten bis zum Liefer- und Kundenverkehr. Die Zielrichtung ist stets dieselbe: Verkehr vermeiden, auf umweltschonende Verkehrsmittel verlagern und in ökologischer und ökonomischer Hinsicht optimieren. Wie dies erreicht werden kann, welche konkreten Ziele und Prioritäten gesetzt werden und welche Fördermaßnahmen sinnvoll sind, kann nur nach eingehender Analyse für den einzelnen Betrieb festgelegt werden. Die möglichen Schritte wären: • Kleines Koordinationsteam (aus Mitarbeitern Hauptamt/Personalamt/ Öffentlichkeitsarbeit, Betriebsrat) bilden • Ist-Zustand (z.B. über Mitarbeiter-Umfrage) erheben • Stärken und Schwächen analysieren und konkrete Ziele definieren • Ideen und Verbesserungsvorschläge sammeln, Maßnahmenkatalog entwickeln, Fördermaßnahmen bewerten (nach Wirkungen, Kosten/Nutzen) und auswählen • Finanzierungskonzept und evtl. Kooperationspartner festlegen, Prioritäten setzen und Zeitplan benennen • Konzept und Maßnahmen im Betrieb präsentieren und umsetzen, begleitende interne und externe Öffentlichkeitsarbeit • Laufend den Erfolg kontrollieren; das Konzept regelmäßig überarbeiten und anpassen. Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, den Berufsverkehr umweltverträglicher (und oft auch kostengünstiger) zu gestalten, ohne dabei die Mobilität einzuschränken. Die meisten Betriebe und Verwaltungen, die bei clever-pendeln.de vorgestellt werden, haben mehrere umweltschonende Wege in ihr Gesamtverkehrskonzept einbezogen. Die wichtigsten Ansatzpunkte liegen im Miteinander der verschiedenen Verkehrsströme. Denkbar sind in Düren z.B. Verbesserungen bei den ÖPNV-Anbindungen, ein Werben für die vom Kreis Düren unterstützte Fahrgemeinschaftsbörse Pendlernetz.de und ein Jobticket für städtische MitarbeiterInnen. Der Preis hierfür im AVV wäre 18.90 € je MitarbeiterIn. Aber auch fehlende sichere Abstellmöglichkeiten für RadlerInnen etc. sind zu besprechen, der Einsatz der Dienstfahrzeuge, die Vorgehensweise bei Dienstreisen etc.! Der Leitfaden "Mobilitätsmanagement in der betrieblichen Praxis" wird von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege BGW herausgegeben und bietet von der ersten Problemanalyse bis zur Überprüfung der umgesetzten Maßnahmen eine praxisorientierte Anleitung für den Einstieg in das betriebliche Mobilitätsmanagement. Enthalten sind auch Fragebögen zum Berufsverkehr im Unternehmen und Checklisten für die Erfassung der Parkplatz-, ÖPNV- und Fahrradsituation im Unternehmen, Fragebögen und Checklisten. Betriebliches Mobilitätsmanagement versucht die Belastungen, welche durch die betriebliche Mobilität und den damit einhergehendem Verkehr entstehen, zu verringern. Betriebliches Mobilitätsmanagement reduziert neben den CO2-Emissionen auch häufig die Kosten der Mobilität. Wie bei allen Veränderungsprozessen gilt jedoch: Die Mitarbeiter müssen in den Prozess einbezogen werden, sonst bleiben nicht nur sie auf der Strecke, sondern auch das betriebliche Mobilitätsmanagement. Im Folgenden einige Informationen zu Förder- und Serviceangeboten für Unternehmen, welche in diesem Bereich aktiv werden möchten und weitere gute Informationsquellen: www.stadtvertrag-klimaschutz.de www.effizient-mobil.de www.umweltbundesamt.de/verkehr/mobil/mobilitaetsmanagement.htm Es gibt viele Fakten, die für ein Engagement der Stadt sprechen! So sind z.B. Mitarbeiter, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen, sicherer unterwegs als Pkw-Fahrer. Das Unfallrisiko bei einer Pkw-Fahrt liegt z. B. 20 mal höher als bei einer Bahnfahrt. Für Städte sind dies auch Kostenfaktoren. Gute Gründe dafür, dass Unternehmen oder Städte qualitativ attraktive Alternativen für den Weg zur Arbeit immer stärker nachfragen, z. B. gute Angebote des ÖPNV oder sichere und schnelle Radwegeverbindungen. | |||||||||
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