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Bergehalde Beythal (März 2010)

Berzbuir. Die Bergehalde Beythal birgt aus Sicht von Naturschützern seit Jahren ein massives Umweltproblem, das die zuständigen Behörden nicht in den Griff bekommen.
Nachfolgender Text wurde mit Gestattung entnommen aus der Dürener Zeitung vom 27.03.2010..
«Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass die Situation ein erhebliches Gefahrenpotenzial darstellt. Seit Jahrzehnten weiß niemand genau, was in der Halde eigentlich drin ist», forderte der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer am Freitag mit Hans-Josef Schneider vom BUND eine Lösung des Problems Bergehalde. Sie kritisierten, dass sich die zuständigen Behörden «zwar gegenseitig die Verantwortung zuschieben», aber sonst außer einer «Ausweitung der Umweltschäden» nichts passiere. Die scheinbar unendliche Geschichte einer Industriebrache erhält damit ein neues Kapitel. Am Inhalt ändert sich seit Jahren kaum etwas.

Die Bergehalde entstand seit Anfang der 1950er Jahre als Klärspülteich für Aufbereitungsrückstände aus der Blei- und Zinkerzaufbereitung des ehemaligen Tagebaus «Maubacher Bleiberg». Der Bergwerksbetrieb ging 1969 zu Ende, rechtlicher Nachfolger des Betriebs wurde de Stolberger Zink AG. Von Anfang der 70er Jahre bis zum 30. Juni 2002 betrieben die Dürener Kalksandsteinwerke Schenking GmbH & Co. KG die Rückgewinnung von Quarzsand aus den ausgespülten Bereichen der Bergehalde. Das damalige Staatliche Umweltamt Aachen stellte im Jahr 1999 erhöhte Schwermetallgehalte (Kobalt, Nickel, Zink und Mangan) im Sickerwasser an der Nordböschung der Halde fest. Seitdem wird an dieser Stelle das Wasser aus Sicht der Grünen und der Naturschutzverbände mehr recht als schlecht zurück zur Spitze gepumpt. Krischer: «Das ist ein absurder Kreislauf!»

Der bisherige Eigentümer der Halde, die «Stolberger Zink GmbH & Co. Forsten KG» hat die vom Bergamt geforderten und von einem Gericht bestätigten Auflagen wie die Wiedernutzbarmachung der Halde und die Beseitigung eventuell noch bestehender Grundwassergefahren nicht erfüllt. Die Behörde hat die Ersatzvornahme in die Wege geleitet, doch im Juni 2007 entledigte sich das Unternehmen, das mittlerweile liquidiert wurde, des Problems: Vom Amtsgericht Düren wurde der Eigentumsverzicht der Stolberger Zink im Grundbuch von Berzbuir/Kufferath eingetragen. Damit ist das Grundstück herrenlos.

Oliver Krischer kritisiert, dass ein vor zwei Jahren in Auftrag gegebenes Gutachten zur Ermittlung des Sanierungs- und Sicherungsaufwandes immer noch nicht vorliegt. Er fordert Stadt und Kreis auf, sich dieser Sache mit Nachdruck anzunehmen. Krischer befürchtet zudem, dass die Sanierung zu großen Teilen vom Steuerzahler bezahlt werden muss.

Aus dem Kreishaus heißt es, dass das Gutachten zu den Boden- und Grundwasseruntersuchungen nach Auskunft des beauftragten Ingenieurbüros dem Auftraggeber, der Bezirksregierung Arnsberg, vorliegt. Nach dortiger Abstimmung werde der Kreis das Gutachten erhalten. Aufgrund der Belastungen sei davon auszugehen, dass auch das Büro weiter Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen für erforderlich halten wird. Wegen der Insolvenz der beteiligten Firmen würden die Kosten wohl von der öffentlichen Hand zu tragen sein.

Bilder: Georg Schmitz (Grüne Düren)
Mehr Infos auch hier:http://www.gruene-dueren.de/verband/516/index.html
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