Projektvorstellung Bürgerbahn (Mai08)
| Unter www.buergerbahn.eu wird neuerdings eine Idee vorgestellt, wie auf der Bördebahn Düren - Euskirchen die Zeit bis zur Reaktivierung überbrückt werden könnte. Auf der Seite erfahren Sie Neues und Wissenswertes zum Thema BÜRGERBAHN Düren - Zülpich - Euskirchen. Am 14.06.2008 wurde der Verein "BürgerBahn Düren-Zülpich-Euskirchen (BürgerBahn)"erfolgreich in Zülpich gegründet. Anwesend waren neben dem Beigeordneten der Stadt Zülpich, Herr Hürtgen, Vertreter örtlicher Verkehrbetriebe, örtlicher Fahrgastverbände und zahlreiche interessierte Bürger aus den Kreisen Euskirchen, Düren und dem Rhein-Sieg-Kreis. Die Wichtigkeit der Eisenbahnstrecke Düren- Euskirchen innerhalb der beiden Verkehrsverbünde wurde bekräftigt, nicht zuletzt besitzt diese Strecke euregionale Bedeutung. Die niederländische Provinz Limburg kann auf direktem Schienenweg mit dem Raum Euskirchen und Kall verbunden werden. Der Verein BürgerBahn strebt die Fortführung des bekannten BördeExpress zwischen Düren und Euskirchen nach den Regeln eines Bürgerbusses an. Verkehrsbetrieb, Anliegerkommunen, das Land NRW und Ehrenamtliche betreiben diese Bahnverbindung dann gemeinschaftlich. Es wurde ein jährlicher Beitrag in Höhe von 5,-€ für Einzelpersonen beschlossen. Institutionen, Kommunen und Vereine zahlen einen Jahresbeitrag in Höhe von 25,-€. Der Gründungsvorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender: Holger Filipowicz, Düren Stellv. Vorsitzender: Gregor Zierath, Euskirchen Kassenwart: Wolfgang Hoven, Zülpich. Weitere Informationen und Beitrittsanträge finden Sie auf www.buergerbahn.eu . Die allgemeine Projektbeschreibung finden Sie nun hier. Sie wurde im Juni 2007 beim MBV NRW vorgestellt und im März 2008 ergänzt. Betrieb einer BürgerBahn auf der Eisenbahnstrecke Düren – Vettweiß - Zülpich – Euskirchen (Bördebahn) als Ergänzung des werktäglichen Schnellbusverkehres (SB 98) an Wochenenden. Durch die Nutzung der Bahnstrecke Düren – Vettweiß - Zülpich – Euskirchen werden für Reisende aus allen Bereichen der Euregio Maas-Rhein akzeptable Reisezeiten erreicht. Die Lücke der beiden Eisenbahnnetze in dieser Region wird geschlossen. Freizeiteinrichtungen und kulturelle Veranstaltungen in beiden Kreisstädten und entlang der Strecke werden direkt erreichbar. So, z.B., Museen in Düren/Jülich/Linnich und Euskirchen/Kuchenheim/Bad Münstereifel, das Bubenheimer Spieleland und das neue Museum römischer Badekultur in Zülpich. Regionale Radwegenetze (Wasserburgenroute und der Neffeltalradweg) kreuzen die Bahnlinie bzw. verlaufen parallel, so dass bei einer Aufnahme des Schienenverkehrs höhere Auslastungen dieser Freizeitangebote zu erwarten sind. In den Jahren 2005 und 2006 wurden regelmäßige Verkehre an Wochenenden auf ehrenamtlicher Basis durchgeführt. Fahrzeug und Fahrer wurden durch einen Sponsor zur Verfügung gestellt. Eingesetzt wurde ein RVT der Rurtalbahn GmbH. So wurden, z.B., im Jahr 2006 an 18 Fahrtagen 1884 Fahrgäste befördert. Fahrten auf der Bördebahn finden derzeit an ausgewählten Sonn- und Feiertagen in der Zeit zwischen April und Oktober und im Dezember 2007 statt. In den verbleibenden Monaten des Jahres ruht der Personenverkehr. Aus fahrplantechnischen Gründen wird ein 3-Stunden-Takt angeboten. Anschlüsse in Düren in Richtung Heimbach (RTB), Aachen (DB)und Jülich/Linnich werden ebenso erreicht wie von Euskirchen aus in Richtung Bad Münstereifel, Bonn und in die südliche Eifel. BürgerBahn Die Konzeption der BürgerBahn leitet sich aus dem bestehenden und praktizierten Bestehen eines Bürgerbusses in anderen Regionen des Landes NRW ab. Die Kerngedanken sind übertragbar: Bürger fahren für Bürger und ergänzen somit bestehende Fahrplanlücken. Eine Übertragung des Systems „Bus“ auf das System „Bahn“ ist auf Grundlage der derzeitigen Bürgerbusrichtlinien abzuklären. Die Bürgerbusrichtlinien setzen einen Verkehr innerhalb einer Gemeinde auf öffentlicher, kostenfreier, Infrastruktur voraus. Die BürgerBahn verkehrt durch fünf Kommunen und durch zwei Landkreise auf kostenpflichtiger Infrastruktur. Es werden im Eisenbahnbetrieb andere Voraussetzungen an das Fahrzeug sowie an die Ausbildung, Fortbildung und Überwachung des Betriebspersonals gestellt, die sich in erhöhten Investitions- und Organisationskosten niederschlagen. Im Rahmen der BürgerBahn ist zu klären, ob der Betrag zum Erwerb eines Fahrzeuges auch für eine Fahrzeugmiete eingesetzt werden kann. Das Fahrzeug könnte dann aus dem bestehenden Pool eines Eisenbahnverkehrsunternehmens entnommen werden. Die Erfordernisse eines Eisenbahnbetriebes müssen mit den Bürgerbusrichtlinien in Einklang gebracht werden. Dabei ist insbesondere die abweichende Kostenstruktur bei Bahn- und Busbetrieb bei der Anpassung der Bürgerbusrichtlinie zu berücksichtigen. Personal Ehrenamtlich und unentgeltlich werden von den Vereinsmitgliedern die Einstiegshilfen erstellt und gepflegt. Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt ebenfalls ehrenamtlich. Alle Fahrten werden von zwei Vereinsmitgliedern begleitet. Sie bieten den Service im Fahrzeug (Ticketing/Catering) und stehen dem Triebfahrzeugführer unterstützend für Sicherungsaufgaben etc. zur Seite. Im Gegensatz zu einem Bürgerbusprojekt können derzeit nicht alle Fahrten mit ehrenamtlichen Fahrern besetzt werden. Der Erwerb einer Fahrberechtigung unterliegt im Eisenbahnverkehr anderen Vorraussetzungen. Ziel ist es einen Fahrerpool aus ehrenamtlich Tätigen zu gründen. In diesem werden Vereinsmitglieder mit Fahrberechtigungen und sonstige streckenkundige Triebfahrzeugführer zusammengefasst. Fahrzeug Eingesetzt werden soll ein möglichst niederfluriges Eisenbahnfahrzeug. Alternativ zum Kauf eines solchen Fahrzeuges sollte die Möglichkeit einer Fahrzeugmiete an den Betriebstagen geprüft werden. Tarif Derzeit gilt für Fahrten auf der Bördebahn ein eigener Tarif. Es wird das Verkehrsgebiet der Verbünde VRS und AVV durchfahren. Einzig das EuregioTicket wird bei Anreise aus dem (AVV-) Verbundgebiet in gewisser Weise anerkannt. Der Fahrgast erhält einen Rabatt in Höhe von 50% auf den Haustarif. Durch den zum 01.01.2008 gegründeten Bestellerverbund "Nahverkehr Rheinlend (NVR) ergeben sich neue Alternativen zum Tarif. Es ist abzuklären ob und wenn ja, welche Tickets anerkannt werden können. Reisende aus Eifel/Bonn/Euskirchen werden mit einem VRS-Ticket anreisen. Reisende aus dem Raum Düren/Jülich/Aachen/Heerlen werden mit einem AVV-Ticket anreisen. Eine Lösung wäre es, weiterhin einen Haustarif beizubehalten, aber entsprechende Verbundtickets als Rabattinstrument anzuerkennen. Reisende, die ihre Fahrt auf der Bördebahn beginnen, erhalten auf Wunsch ein entsprechendes Verbundticket. Die Erlöse verbleiben beim Verein zur Finanzierung der Fahrten. Trassenpreise Nach heutigem Stand sind Trassenpreise an die beiden Infrastrukturinhaber DB AG und Rurtalbahn GmbH zu zahlen. Derzeit laufen Verhandlungen, die gesamte Infrastruktur in kommunales Eigentum übergehen zu lassen. Danach ist vorgesehen, die gesamte Infrastruktur an ein Eisenbahnunternehmen zu verpachten. Liste der erreichbaren Freizeit- und Kulturziele: Euskirchen: - Rheinisches Industriemuseum Kuchenheim Tuchfabrik - Bad Münstereifel - Stadt Euskirchener Feste/Kirmes/Märkte - Burg Satzvey - südl. Eifel - Nationalpark Eifel Römerstadt Zülpich - Museum für röm. Badekultur - Naherholungsgebiet Nemmenicher See - Landesgartenschau Zülpich Düren: - Rurtal Nideggen/Heimbach/ Nationalpark Eifel - Stadt Düren Feste/Museen/Märkte - Annakirmes - Jülich Brückenkopfpark/Zitadelle - Linnich Glasmalereimuseum - Aachen/EUREGIO Entlang der Eisenbahnstrecke: Fahrradtouristen und Wanderer, Neffeltalroute, Wasserburgenroute und der Bahnradweg werden gekreuzt. Sonstige Vorraussetzungen: Zum Betrieb der BürgerBahn ist die politische Willensbildung in den Anliegerkommunen notwendig. Eine Kommune sollte nach derzeitigem Stand die Federführung des Projekts übernehmen. Im Rahmen der BürgerBahn ist zu überlegen, ob der (zu gründende) Zweckverband oder einer der beiden Kreise die Federführung übernimmt. Gemäß den Bürgerbusrichtlinien ist eine Bürgschaft der Kommune(n) für evtl. Verluste der BürgerBahn notwendig. Fazit: Der Betrieb einer BürgerBahn ist technisch möglich, eröffnet die Möglichkeit einer sinnvollen Zwischennutzung der Bördebahn vor der anvisierten Reaktivierung 2015 und schließt eine Lücke im regionalen (Freizeit)verkehr auf der Schiene. Die Förderung des Projektes findet im Sinne der Bürgerbusrichtlinie statt. Der Arbeitskreis Bördebahn in der IG Rurtalbahn e.V. kann auf eigene Erfahrungen der letzten Jahre und motivierte ehrenamtliche Kräfte zurückgreifen. Zum Betrieb der BürgerBahn ist jedoch eine Ausgründung erforderlich. Neben dem politischen Willen der Anliegerkommunen ist die Unterstützung der Beteiligten Verkehrsbetriebe und Verbünde notwendig. | |||||||||||||||
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