Leserbrief zum 11. im 11.2008
| Ich bitte um Beachtung meines Leserbriefes zum Thema 11 im 11.! Vielen Dank! Die Dürener Karnevalisten sind scheinbar unbelehrbar! Am „11. im 11.“ wird aus Tradition im Rheinland der Karneval eröffnet. So sollte es auch in Düren sein. Nur, das geht in Düren natürlich nicht, denn die Spitzen des Karnevals wollen ja die große Party in Köln am 11.11. nicht verpassen. Also zog man die Eröffnung in Düren kurzerhand vor. Was stört es da, dass der 9.11. ein historischer Tag ist. Der 9.11.1938 steht für die Reichspogromnacht und sollte entsprechend beachtet werden. In der Nacht des 9.11.38 brannten die Synagogen, die ersten Juden wurden in dieser Nacht ermordet, - was in den Jahren drauf in Europa folgte, ist allgemein bekannt. Weniger bekannt sind einige Details aus Düren, die in dem Buch „Erinnerung“ zu lesen sind. Herr C: „Es war am Morgen des 10November …wir hörten Krachen und Klirren und sind auf den Balkon geeilt. Was wir sahen, vergesse ich mein Lebtag nicht…..Eine Rotte stadtbekannter SA und SS Leute zerstörte die Synagoge….“ Frau H.: „Ich war noch völlig ahnungslos, als ich in die Schützenstraße einbog. Auf dem Bürgersteig gegenüber der Synagoge stauten sich die Menschen….Die Synagoge brannte lichterloh…Die Feuerwehr war damit beschäftigt, die Seitengiebel der Nachbarhäuser abzuspritzen, um sie vor Funkenflug zu schützen. Kein Tropfen Wasser kam an die brennende Synagoge. Wahrlich kein geeigneter Tag, um den Karnevalsauftakt zu feiern! Bleibt beim 11.11., liebe Karnevalisten und macht in Düren ein nettes Programm, dann brauchen die Leute auch nicht nach Köln fahren! Mit freundlichen Grüßen Georg Schmitz Düren, 14.11.08 Zusatzinfos: 2.11.38: Mit der "Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben" beginnt die so genannten Arisierung, die die Juden ihrer wirtschaftlichen Existenz beraubt und in vielen Fällen zur Auswanderung zwingt. 9.11.38: In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten jüdische Synagogen in ganz Deutschland. Angehörige von Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) zertrümmerten die Schaufenster jüdischer Geschäfte, demolierten die Wohnungen jüdischer Bürger und misshandelten ihre Bewohner. 91 Tote, 267 zerstörte Gottes- und Gemeindehäuser und 7.500 verwüstete Geschäfte - das war die "offizielle" Bilanz des Terrors. Tatsächlich starben während und unmittelbar in Folge der Ausschreitungen weit mehr als 1.300 Menschen, mit mindestens 1.400 wurden über die Hälfte aller Synagogen oder Gebetshäuser in Deutschland und Österreich stark beschädigt oder ganz zerstört. Weisung zu dem Pogrom war von München ausgegangen, wo sich die Führung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) zum Gedenken an den 15. Jahrestag des Hitler-Putsches versammelt hatte. Am 10. November wurden mehr als 30.000 männliche Juden in Konzentrationslager (KZ) verschleppt. Die aufgrund der zerstörten Schaufensterscheiben bald als "Reichskristallnacht" bekannt gewordenen Ausschreitungen waren bis dahin der Höhepunkt eines staatlichen Antisemitismus, der mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begonnen hatte. Die Reaktionen der Bevölkerung während des Pogroms waren zumeist von eingeschüchterter Reserviertheit und einem schockierten Schweigen geprägt. Nur wenige Menschen, die nicht der SA oder SS angehörten, beteiligten sich aktiv an den Zerstörungen und den Brandschatzungen, auch nur wenige allerdings tätigten Hilfe für ihre jüdischen Nachbarn. Die Stimmung, die im November 1938 aufkam, verstärkte sich. Ab Oktober 1941 begannen die Nazis dann in großem Maßstab damit, die noch im Reichsgebiet verbliebenen Deutschen jüdischen Glaubens in die Ghettos, Arbeits- und Vernichtungslager des Ostens zu deportieren. Unsere Dürener Mitbürger wurden im Wesentlichen in drei großen Transporten im März, Juni und Juli 1942 „evakuiert“ bzw. „umgesiedelt“, wie der zynische Sprachgebrauch der Nazis das nannte. Mehr unter: www.geschichtswerkstatt-dueren.de/juden/a_z/depo.html und allg. unter: www.geschichtswerkstatt-dueren.de Das Tagesjournal im StadtTV Düren vom 18.11. berichtet über die Aktivitäten des Jugendamtes und mein Statement zum Thema 11. im 11.! www.stadttv-dueren.de |

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