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    Pressemitteilung 16.5.2001

    Spelthahn - Visionär mit Verspätung
    DKB/Düren-Trans bekommt Konkurrenz bei Bördebahn


    7. Dezember 1999, Kreisausschuss:
    Der GRÜNE Fraktionvorsitzende im Kreistag, Oliver Krischer, plädiert für ein Engagement des Kreises Düren für die Reaktivierung der Bördebahn, spricht von der Möglichkeit durchgehender Züge von Aachen über Düren und Euskirchen nach Bonn, fordert die Fortführung der Rurtalbahn von Jülich über Linnich bis Baal mit Anschluss an die Schienenstrecke Aachen-Düsseldorf. Das alles sei möglich wegen der neuen Förderpraxis des Landes NRW. Landrat Spelthahn schaut währenddessen gelangweilt zur Decke, bei der CDU-Fraktion Kopfschütteln, Augendrehen, Gemurmel mit "Unsinn" und "Spinnerei", verwirrte bis skeptische Blicke bei der SPD, Entsetzen bei der F.D.P. Von allen Seiten danach entsprechende Kommentare zum Antrag der GRÜNEN, die Aufnahme der Bördebahn in den Ausbauplan des Landes zu beantragen. Ergebnis: Der GRÜNE Antrag wandert vorläufig wieder in die Schublade um dann am 23. Januar 2001 einstimmig (!) beschlossen zu werden.
    14. Mai 2001, Spatenstich zur Reaktivierung der Bahnstrecke Jülich-Linnich:
    Landrat Spelthahn dankt dem Land NRW für sein finanzielles Engagement bei den Schienenstrecken im Kreis Düren. Er erläutert, dass mit der Reaktivierung von Jülich-Linnich das Engagement des Kreises beim Schienenverkehr nicht zu Ende sein wird: Reaktivierung der Bördebahn, Neubau der Strecke Linnich-Baal ... (siehe oben Kreisausschuss 07.12.99, Krischer). Diesmal Beifall von allen Seiten.

    Oliver Krischer freut sich, dass ein christdemokratischer Landrat im Schienenverkehr inzwischen GRÜNE Politik macht: "Nach einen Jahr des Zögerns und Zauderns hat Spelthahn nun endlich begriffen, welches Potenzial im Schienenverkehr steckt. Bei der Realisierung der anstehenden Projekte, vor allem der Bördebahn und der Verlängerung Linnich-Baal, hat er unsere volle Unterstützung. Wir gehen davon aus, dass 2004 schon wieder Züge auf der Strecke zwischen Düren und Euskirchen rollen und Fahrgäste in 33 Minuten von Düren nach Euskirchen bringen werden. Die guten Förderbedingungen des Landes NRW könnten auch sehr bald schon ein Neubau der Strecke Linnich-Baal möglich machen."
    Doch bei der Bördebahn könnte die durch Spelthahn und die CDU verursachte mehr als einjährige Verzögerung der Grundsatzentscheidung fatale Konsequenzen für die Dürener Kreisbahn (DKB) bzw. für die neue Tochter "Düren Trans" haben: Der Kauf der Strecke von der DB AG - 3,6 Mio. DM sollen dafür angeblich im Gespräch sein - verzögert sich, denn es hat sich herumgesprochen, dass die Bördebahn wirtschaftlich interessant ist. Dem Vernehmen nach gibt es noch mindestens zwei weitere Interessenten für die Schienenstrecke: Die EVS, die am kommenden Wochenende die Euregio-Bahn in Stolberg wieder in Betrieb nimmt, und die Pregnitzer Eisenbahn aus Ostdeutschland. Selbst bei der Deutschen Bahn AG soll es Überlegungen geben, die Bördebahn in Eigenregie wieder flott zu machen.
    Oliver Krischer: "Konkurrenz belebt zwar das Geschäft, doch es wäre fatal für den Kreis Düren, wenn das eigene Unternehmen, das schon entscheidende Vorarbeiten für Reaktivierung und Betrieb geleistet hat, am Ende ausgebootet würde. Die durch die CDU verursachte Verzögerung um ein Jahr könnte somit letztlich der DKB bzw. der Düren Trans schaden, die dann ihr zweites Standbein neben der Rurtalbahn gar nicht erst bekäme. Und das wäre nicht nur fatal für das Unternehmenskonzept und damit für die wirtschaftliche Entwicklung der DKB/Düren Trans, sondern der Kreis Düren würde auch entscheidend an Einfluss auf die Ausgestaltung des Schienenverkehrs verlieren. Das kann aber eigentlich niemand wollen. Nun rächt es sich, dass Spelthahn nur mit Verspätung eine Vision vom Schienenverkehr im Kreis Düren bekommen hat. Noch vor einem Jahr wäre der Kauf der Bördebahn durch die DKB mangels Konkurrenten wohl nur eine Formsache gewesen. Doch das hat die CDU verhindert und nun ist die Bescherung da."

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