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    Pressemitteilung - 2.11.2001

    Halbe Million für neuen Eingang im Kreishaus

    Per Dringlichkeit bewilligte der Kreisausschuss diese Woche mit den Stimmen von CDU/FDP eine halbe Million DM für eine neue Gestaltung des Eingangsbereiches im Kreishaus. Um öffentliche Kritik zu vermeiden, hatten Landrat und Mehrheit die Angelegenheit ohne Rechtsgrundlage eigentlich nicht öffentlich behandeln wollen. Zumindest das konnte die Opposition aus SPD und GRÜNEN verhindern.

    Besonders pikant ist der Beschluss, weil in der gleichen Sitzung der Kämmerer verkünden musste, dass nur durch eine Erhöhung der Kreisumlage im Jahr 2002 ein Haushaltsdefizit beim Kreis Düren vermieden werden kann. Damit werden die Städte und Gemeinden, von denen mehrere bereits Haushaltssicherungskonzepte haben, weiter belastet. Außerdem steigt die Verschuldung des Kreises im kommenden Jahr auf eine neue, bisher noch nicht da gewesene Rekordmarke.

    Oliver Krischer, Vorsitzender der GRÜNEN Kreistagsfraktion: "In dieser Situation vor den Haushaltsberatungen eine Luxusausgabe von einer halben Million DM per Dringlichkeit und auch noch außerplanmäßig zu beschließen, ist nicht nur eine Instinktlosigkeit, sondern ein Skandal. Der Beschluss über High-Tec-Drehtür und Teppichboden in den Farben des Kreises schien auch Landrat und CDU/FDP peinlich zu sein, denn anders ist der anfängliche Versuch der Nicht-Öffentlichkeit nicht zu erklären."

    Die Argumentation von Landrat und Mehrheit, die Maßnahme sei alternativlos, lässt Krischer nicht gelten: "Vorhandene organisatorische Schwächen in Auskunft, Telefonzentrale und Hauspost sollen durch Schnickschnack am Eingang gelöst werden. Das ist doch ein Witz! Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass krampfhaft nach Argumenten gesucht worden ist, um die Sache zu rechtfertigen." Indirekt bestätige Landrat Spelthahn in der Kreisausschusssitzung denn auch die Kritik der GRÜNEN, indem er zugab, bei der 30-Jahr-Feier des Kreises im kommenden Sommer wolle er einen repräsentativen Eingang fürs Kreishaus haben.

    Krischer: "Bei solchen Bemerkungen fällt mir nichts mehr ein. Aber vielleicht schafft es ja Dürens Bürgermeister Larue, den Landrat wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen". Schließlich, so der GRÜNE weiter, müsse die bankrotte Stadt Düren alles zu 40% über die Kreisumlage bezahlen. Und während Spelthahn mit dem erst kürzlich neu gestalteten Vorplatz und nun dem Eingang über eine Million DM (!) für repräsentative Baukosmetik am Kreishaus ausgegeben habe, versprühe der Eingang des Rathauses den rostigen Charme der fünfziger Jahre und sei der Vorplatz desselben akut von Baufälligkeit bedroht.



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