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    Pressemitteilung - 23.8.2002

    Hochwasserkatastrophe in Ostdeutschland:
    GRÜNE fordern Konsequenzen für Hochwasserschutz an der Rur

    Die GRÜNEN im Kreis Düren fordern Konsequenzen aus der Jahrhundertflut in Ostdeutschland auch für das Gewässersystem der Rur mit ihren Zuflüssen.

    Oliver Krischer, Fraktionsvorsitzender im Kreistag: "Die Talsperren in der Eifel haben den Kreis Düren bisher in Sicherheit vor schlimmen Hochwasserkatastrophen gewogen. Aber angesichts immer schlimmerer Unwetterereignisse wird man sich auch im Kreis Düren verstärkt mit der Frage der Hochwasservorsorge beschäftigen müssen. Ein kleinen Vorgeschmack, was da kommen könnte, haben wir im Februar dieses Jahres erlebt, als in der Eifel z. T. noch nie da gemessene Niederschlagsmengen fielen und die Pegel der Rur und ihrer Zuflüsse anschwellen ließen. Fast wäre sogar die Rurtalsperre unkontrolliert übergelaufen - mit unabsehbaren Folgen für die rurabwärts gelegenen Gebiete."

    Die scheinbare Hochwassersicherheit durch Talsperren, so Krischer, habe in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass die Rur in weiten Bereichen kanalisiert und ihre ehemaligen Überschwemmungsbereiche vielerorts bebaut wurden. Das könne sich im Falle eines schweren Hochwassers bitter rächen.

    Die GRÜNEN fordern deshalb eine konzertierte Aktion der Kommunen und Kreise im Einzugsgebiet der Rur unter Federführung des Wasserverbandes Eifel Rur (WVER) zur Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen. Das umfasse die Erarbeitung von Notfallplänen, Information der Bewohner gefährdeter Gebiete, eventuell eine veränderte Bewirtschaftung der Talsperren und vor allem die Schaffung von zusätzlichen Überflutungsräumen für Rur, Inde & Co. So müsse z. B. das sog. RIPARIA-Programm, das nach den Rheinhochwässern in der 90er Jahren eigens für die Rur aufgelegt worden war, fortgesetzt werden. Auch die Umsetzung der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie, die eine weitere, zusätzliche naturnahe Umgestaltung von Gewässern vorsehe, soll nach Vorstellung der GRÜNEN an der Rur und ihren Zuflüssen forciert angegangen werden.

    Oliver Krischer: "Vor allem aber braucht es ein Umdenken in der Kommunalpolitik: Es kann nicht sein, dass z. B. die Renaturierungsmaßnahme am Rurdorfer Wehr in Linnich von Teilen der Kommunalpolitik mit Landrat Spelthahn an der Spitze bekämpft und nun in der Kreisverwaltung tot geprüft wird. Außerdem dürfen keine neuen Baumaßnahmen in potenziellen Überschwemmungsräumen mehr genehmigt werden - so etwas ist unverantwortlich. Jeder Liter, der bei einem schlimmen Hochwasser am schnellen Abfließen gehindert werden kann, trägt zur Entspannung der Situation rurabwärts bei. Das kann entscheidend bei der Vermeidung von folgenschweren Überflutungen sein und ist nicht nur gut für den Kreis Düren, sondern für unsere Nachbarn in Heinsberg und auch in den Niederlanden."



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