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    Pressemitteilung - 10.12.2001

    Schließung von Zweigstellen ist das falsche Signal!

    Mit großem Bedauern stellt die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN fest, dass die CDU-Mehrheit im Verwaltungsrat der Sparkasse trotz aller Kritik offensichtlich an ihrem Plan festgehalten hat, das Zweigstellennetz der Sparkasse Düren stark auszudünnen. Zuvor hatte die GRÜNE Fraktion nach intensiver Diskussion ihren Vertreter im Verwaltungsrat, Oliver Krischer, aufgefordert, der Zweigstellenschließung nicht zuzustimmen.

    Hierzu erklärt die GRÜNE Kreistagsfraktion: "Nur ein Jahr nach der Sparkassenfusion werden Kunden und Mitarbeiter mit Stellenabbau und Zweigstellenschließungen konfrontiert. Im Zuge der Fusion ist nach außen immer ein gegenteiliger Eindruck erweckt worden. Da kann und darf es nicht verwundern, wenn betroffene Bürger sich nun wehren. So verspielt man das für ein Geldinstitut wichtige Vertrauen der Kundschaft.

    Der Erfolg der Sparkasse und ihre Marktführerschaft gründet sich auf ihrer Präsenz vor Ort. Sie ist die Bank mit dem persönlichen Gesicht. Das droht nun verloren zu gehen. Ein Geldautomat, erst recht einer von der Konkurrenz, ist da kein Ersatz.

    Für uns ist das Zweigstellennetz der Sparkasse Düren vor dem Hintergrund eines sich dramatisch ändernden Bankensektors nicht unantastbar, doch ein Institut mit öffentlichen Auftrag muss deutlich machen, wie sonst der persönliche Kontakt zum Normalkunden gehalten werden soll. Das ist aktuell bei der Sparkasse Düren nicht erkennbar.

    Noch mehr überrascht es uns, dass dem Vernehmen nach keine belastbaren Fakten für die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit für die Schließung der Zweigstellen vorgelegt wurden. Warum gerade diese 13 und nicht noch fünf mehr oder drei weniger? So wird in Jülich-Barmen eine Zweigstelle geschlossen, die noch vor kurzem mit großem Aufwand renoviert worden ist. Hier fehlt einfach ein schlüssiges Konzept, wie man auf Dauer als Sparkasse mit öffentlichem Auftrag die Fläche des Kreises Düren bedienen möchte.

    Sorgen macht uns auch die drastische Reduzierung der Öffnungszeiten in einzelnen Zweigstellen. Das erweckt den Anschein, die Kunden aus diesen Zweigstellen vertreiben zu wollen, um damit dann die betriebswirtschaftlichen Argumente für die Schließungen der Zukunft zu bekommen.

    Es verwundert, wenn auf der einen Seite betriebswirtschaftliche Gründe für die Schließung von Zweigstellen aufgeführt werden, auf der anderen Seite aber politische Deals gemacht werden, die für die Sparkasse als andere als kostenrechnend sind: In Jülich wird das marode Gebäude am Schwanenteich für einen zweistelligen Millionenbetrag renoviert, während in Düren das Gebäude am Markt, in dem man ohne weiteres Stabsbereiche der Sparkasse aus Jülich unterbringen könnte, zu einem mehr als politischen Mietpreis der Stadt Düren überlässt. Es widerspricht sich, den Kunden Opfer abzuverlangen, aber den Kommunen Düren und Jülich Geschenke zu machen.

    Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Entscheidung von einer Mehrheit des Verwaltungsrates ganz offensichtlich ohne die nötige Sorgfalt im Schnelldurchgang getroffen worden ist. Dies ist kein verantwortungsvoller Umgang mit der Sparkasse Düren und ihren Kundinnen und Kunden.

    Bündnis 90/DIE GRÜNEN wollen eine Sparkasse, die ihrem öffentlichen Auftrag gerecht wird und allen Menschen unserer Gesellschaft Zugang zu Bankdienstleistungen ermöglicht. Wir sehen die ernste Gefahr, dass sich die Sparkasse á la Deutsche Bank & Co. von den "Normalkunden" verabschiedet und nur noch auf lukrative Geschäfte mit "Top-Kunden" setzt."



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