Kreistagsfraktion Düren   
  Home
  Aktuelles
  Termine
  Grundsätze
  Leute &
   Gremien

  Presse
  Anträge
  Links
  Kontakt

  
    Rede von Gudrun Zentis am 20.2.2001 im Kreisausschuss
    zur Wiedereinführung des schulpsychologischen Dienstes


    Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrte Damen und Herren !

    Eigentlich könnten wir Grünen frohlocken.
    Eine kleine Oppositionspartei wie wir und ein solches Wahlziel nach einem guten Jahr umgesetzt.

    Toll!

    Nur mit der konkreten Umsetzung können wir wahrlich nicht zufrieden sein.

    Seit über einem Jahr reden wir über die kreisweite Einführung eines schulpsychologischen Dienstes, um nun eine Dringlichkeitsentscheidung abzusegnen.

    Es stellt sich die Frage: ist dies ein Armutszeugnis für die damit befassten Mitglieder des Schulausschusses oder ein Zeichen für die Haltung der Mehrheitsfraktion zum schulpsychologischen Dienst? Ich denke, das letztere ist der Fall.

    Lassen wir kurz die Abläufe Revue passieren.

    • Die Verwaltung bat den Schulausschuss Anfang Februar letzten Jahres um den Auftrag, ein Konzept für einen kreisweiten schulpsychologischen Dienst zu erstellen.
    • Dieses wurde von der CDU abgelehnt mit der Begründung, dass die CDU ein eigenes Konzept erstellen werde. Es wurde von Ihnen beabsichtigt, einen schulpsychologischen Dienst in freier Trägerschaft einzurichten. Mittel in den Haushalt wurden nach langer Diskussion eingestellt, aber hinterher war alles wieder anders.
    • Unabhängig von der Politik bildete sich auf Initiative des damaligen Sozialdezernenten dieser Verwaltung eine Arbeitsgruppe "Konzeptentwicklung". Trotz ihrer absoluten Mehrheit schafften Sie es nicht, Frau Natus-Can, dem Arbeitskreis das von ihnen gewünschte Ergebnis "freie Trägerschaft" vorzugeben.
    • Ende Mai bekamen wir das eindeutige Ergebnis des Arbeitskreises vorgestellt.
    • Nur öffentliche Trägerschaft möglich, da es eine öffentliche Aufgabe ist.
    • Bedarf von 8 Psychologen und 2 Verwaltungskräften.
    • Schulrat Greuel veranlasste noch vor den Sommerferien eine kreisweite Erhebung des Bedarfs an allen Schulen. Das Ergebnis untermauerte die Arbeit des Konzeptentwicklungskreises.
    • Kleine Pikanterie am Rande: Nur die CDU-Fraktion war davon in Kenntnis gesetzt worden. SPD und Grüne erst auf Nachfrage Ende Oktober.
    • Ein Fachdiskurs mit Referenten aus anderen schulpsychologischen Diensten fand Mitte August statt und bestätigte im Ergebnis nur die Aussagen des Arbeitskreises Konzeptentwicklung und unsere Anträge.
    • Am 23.11.2000 empfahl der Schulausschuss dann endlich im Wege eines Dringlichkeitsbeschlusses die Einrichtung eines kreisweiten schulpsychologischen Dienstes unter Einbeziehung des bestehenden schulpsychologischen Dienstes der Stadt Düren zum 01.01.2001 mit 4 Psychologen und einer Verwaltungskraft. Damit ist der vorsichtig geschätzte Bedarf nur halb gedeckt. In Wirklichkeit sind dies nur 1,3 neue Psychologenstellen und 0,5 Verwaltungsstellen mehr einschließlich des Landespsychologen, denn diese Kräfte waren anderweitig eingesetzt.
    • Bereits 1991, als Sie den Dienst abschufen, war der Dienst mit 5 Psychologen, 1,5 Sozialpädagogen und 2 Verwaltungskräften ausgestattet.
    • Tatssache ist, dass die Schulpsychologen sich zur Zeit doppelt und dreifach schlagen müssen, um den Bedarf halbwegs decken zu können. Bereits jetzt beträgt die Wartezeit drei Monate. Meine sehr verehrten Damen und Herren, falls Sie ein Problem haben und auf diese Hilfe drei Monate warten müssen, ist dies ein unerträglicher Zustand.

    Hier haben Sie, meine Damen und Herren der CDU ihr wahres Gesicht gezeigt.

    Hier, wo es um Bildungs- und Schulpolitik auf Kreisebene geht.

    Hier stand und steht es in Ihrer Entscheidung.

    Hier konnten Sie etwas für unsere Kinder, betroffenen Familien und Lehrer tun.

    Sie bemängeln nur, stellen Forderungen andererorts und schieben Schuld und Verantwortung weit weg.

    Hier waren Sie gefragt.

    Hier sind Sie zuständig.

    Das, was Sie mit Ihrer Fraktion hier durchboxen, hat für mich das Aussehen von Halbherzigkeit und Krämerseele.

    Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich kann Ihnen versprechen, wir haben noch nicht das letzte Mal über den schulpsychologischen Dienst gesprochen.

    Danke.



    zurück zur Übersicht


 realized by:
 www.eifel-media.de
Bündnis 90 / Die Grünen - Kreistagsfraktion in Düren, Kreishaus, 52349 Düren
Telefon: 02421/222421, Fax: 02421/222026 E-Mail: fraktion@gruene-dueren.de